FIA Formula One World Championship

Saison 2021: Der Glücksfall für die Formel 1

14. Dez.

Foto: (C) GEPA pictures/ XPB Images/ Moy

Spannung, Augenmaß und Regel-Revolution. Während andere Sportarten und -serien mit Coronafolgen kämpfen, steht die Königsklasse des Motorsports im Aufwind.

Die Einnahmen sprudeln trotz Corona-Pandemie, die Saison 2021 elektrisierte die Motorsportwelt - und im kommenden Jahr soll alles noch besser werden: Die Formel 1, ewig hinterfragt in Zeiten der Klimakrise, steht so gut da wie lange nicht mehr. Manchmal ist eben doch weniger mehr.

„Der Kostendeckel ist das Beste, was uns passieren konnte. Er schafft Planbarkeit und wird den Wert der Teams enorm steigern", sagt Teamchef Toto Wolff vom Branchenprimus Mercedes: „Eine neue Ära startet, das wird aufregend."

Die Zeit des Geldverbrennens ist vorbei, seit der sogenannte Budget Cap 2020 eingeführt wurde. Erst gegen den Widerstand der Großen, die es gewohnt waren, den Erfolg notfalls durch immer größeren finanziellen Einsatz zu kaufen - oder es zumindest zu versuchen, siehe Ferrari.

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2022: Max mit Startnummer 1

Hochrechnung: Einnahmehoch von 2 Milliarden Euro

2022 sinkt der Kostendeckel für alle auf 140 Millionen Dollar, im Jahr darauf auf 135. Dadurch ist der Rennbetrieb in der Formel 1 für manche Teams mittlerweile kein Verlustgeschäft mehr, was die Teams noch interessanter für Investoren macht. Vergleiche mit Franchises aus der boomenden Football-Liga NFL werden längst gezogen. Tatsächlich hat Formel 1-Eigner Liberty Media eine Art Super League des Motorsports geschaffen.

Besonders die Zahl junger Fans wächst beständig. Nach der Ablösung von Bernie Ecclestone an der Spitze wurde verstärkt auf digitale Kanäle und Gaming gesetzt. Vom spannenden WM-Duell Max Verstappen gegen Lewis Hamilton ganz zu schweigen. Auch wenn die Protest-Arie von Mercedes einen faden Beigeschmack hinterlässt.

Während andere Sportarten und -ligen immer noch mit den Corona-Auswirkungen und gegen den wirtschaftlichen Exitus kämpfen, wird damit gerechnet, dass die Formel 1 nach dem Krisenjahr 2020 ein Einnahmehoch von rund zwei Milliarden Dollar erzielt.

22 Rennen wurden gefahren, so viele wie nie. Die allermeisten vor Publikum, weswegen die Königsklasse wieder satte Antrittsgagen im jeweils zweistelligen Millionenbereich aufrufen konnte. Besonders gut zahlten die international umstrittenen Neulinge Katar und Saudi-Arabien.

2022: Start für technische Revolution

Abseits der ungeliebten Menschenrechtsfragen will die Formel 1-Spitze die Attraktivität weiter erhöhen. Der Schlüssel liegt im neuen technischen Reglement, das 2022 greift. Die Aerodynamik wird grundlegend verändert. Der sogenannte Ground-Effekt spielt fortan wieder eine größere Rolle, um das Hinterherfahren und auch Überholen zu erleichtern. Dazu "wachsen" die Reifen von 13 auf 18 Zoll, auch dies soll die Fahrbarkeit verbessern.

Alle Teams sollen theoretisch die Chance haben, am Reißbrett einen Coup zu landen. Wie das Brawn-Team, das nach der Regelnovelle 2009 dank des Doppel-Diffusors so überlegen war, dass die Titelvergabe bei Saisonhalbzeit praktisch feststand. Wiederholt sich Geschichte?

Red Bull entwickelte von den Spitzenteams das 2021er-Auto am längsten weiter, während viele Konkurrenten früh auf das kommende Jahr setzten. Nun geht ein wenig die Angst um, dass sich dies rächen könnte. „Wenn Ferrari alle im ersten Rennen 2022 schlägt, dann haben wir wahrscheinlich falsch gehandelt", sagte Red Bull-Teamchef Christian Horner in Abu Dhabi.

2026 dann soll ein weiteres Kapitel folgen, der Volkswagen-Konzern vor einem Einstieg als Lieferant eines neuen, weniger komplexen Motors stehen. Die Serie hat sich zudem der Nachhaltigkeit verschrieben, will bis 2030 klimaneutral sein und zudem einen komplett synthetischen Kraftstoff auch für den Straßenverkehr entwickeln. (SID/Red.)

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