Schon zum zweiten Mal: Hütter verpasst Bayern nächste Packung

28. Okt.

Foto: GEPA Pictures / Witters / Tim Groothuis

5:0 mit Gladbach im DFB-Pokal, davor ein 5:1 mit Frankfurt in der Meisterschaft: Adi Hütter schickt sich an, neuer "Angstgegner-Trainer" des FC Bayern zu werden.

Spätestens seit Mittwoch ist Adi Hütter der Bayern-Schreck. Denn der Vorarlberger führte die Münchener nicht zum ersten Mal vor, indem er sie mit Mönchengladbach dank einer 5:0-Packung aus dem DFB-Pokal warf. Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren gelang ihm Ähnliches mit Eintracht Frankfurt. Damals war es ein 5:1-Heimtriumph gegen den Rekordmeister in der Bundesliga gewesen. Am Tag danach trennten sich die Bayern von ihrem damaligen Trainer Niko Kovac.

Julian Nagelsmann wird ein ähnliches Schicksal nicht widerfahren. War der Coach doch wegen seiner Corona-Erkrankung nicht einmal im Stadion und wurde erneut von Co-Trainer Tino Toppmöller ersetzt. Der stand an diesem Abend ganz im Schatten von Hütter. "Es war ein außergewöhnlicher Tag. Es ist wunderbar, dass wir es als erste Borussia-Mannschaft geschafft haben, die Bayern aus dem DFB-Pokal zu werfen", sagte der 51-Jährige. "Ich muss meiner Mannschaft ein Riesen-Kompliment machen."

In der Liga läuft es (noch) nicht rund

In der Liga war es für ihn und seine Truppe bisher nicht nach Wunsch gelaufen, nachdem er im Sommer von Frankfurt gekommen war. Nach neun Runden stehen nur drei Siege zu Buche, dafür aber vier Niederlagen. Als Zwölfter reicht es bisher nur zu einem Platz im hinteren Mittelfeld. Der Rückstand auf Leader Bayern beträgt so viel wie der eigene Punktestand - elf Zähler. Hütter wollte den durchwachsenen Saison-Auftakt in der Punktejagd freilich nur auf die Auswärts-Partien bezogen wissen.

"Zu Hause haben wir bisher überhaupt nicht enttäuscht. Auch gegen Stuttgart nicht, wo wir 1:1 gespielt haben", ließ der ehemalige Salzburg-Coach wissen. "Zu Hause lassen wir fast immer die Sau raus." Dazu kam eine offenbar gute Vorbereitung auf den Cup-Schlager. "Wir haben die Bayern auch gut analysiert. Sie stehen sehr hoch. Ich finde, dass wir richtig toll Fußball gespielt haben, oft nur mit einem Kontakt. Und wir sind Bayerns Gegenpressing entkommen, weil auch wir schnell gespielt haben."

Höchste Bayern-Pleite seit 43 Jahren

An diesem einen Abend nutzten die Gladbacher auch die K.o.-Charakteristik des Cups und den Fan-Rückhalt zur höchsten Bayern-Niederlage seit 43 Jahren. "Wie sie die Tore herausgespielt haben, war Weltklasse", lobte Hütter via Gladbach-Homepage. "Gegen die Bayern lange Zeit defensiv kaum etwas zuzulassen, ist ebenfalls überragend." Sportdirektor Max Eberl stimmte in den Jubel mit ein: "Es war ein denkwürdiges Spiel, das sicher in die Geschichtsbücher von Borussia Mönchengladbach eingehen wird."

Das Österreich-Duo unter den Gladbach-Spielern erlebte den Triumph von außen mit - Stefan Lainer ist verletzt, Hannes Wolf saß auf der Bank. Hütter hatte keine Veranlassung, ihn eintauschen zu müssen. Denn das Spiel seines Teams lief wie am Schnürchen, u.a. über Jonas Hofmann. "Wir haben von Beginn an genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben super verteidigt und vorne die Chancen eiskalt genutzt. Das war schon bärenstark, da haben wir uns in einen Rausch gespielt."

Nach rund 20 Minuten stand es 3:0, und nicht nur in dieser Phase hatte Yann Sommer recht wenig zu tun. Zumindest weniger, als gegen den FC Bayern normalerweise üblich. Der Schweizer Goalie hatte dadurch mehr Zeit, das Spiel vor sich zu genießen und den Einzug ins Cup-Achtelfinale zu analysieren: "Wir sind super in das Spiel gekommen mit dem frühen Tor, und haben einige Fehler der Bayern ausgenutzt. Gegen den Ball haben wir sehr aggressiv gespielt und die Räume, die sie uns gegeben haben, gefunden." (APA/red.)

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