Schröcksnadel zur ÖSV-Wahl: „Diskussion schadet enorm“

17. Mai 2021

Foto: GEPA Pictures/ Patrick Steiner

Neue Runde im Hickhack um die Schröcksnadel-Nachfolge beim ÖSV: Der Noch-Präsident fordert jetzt eine "Konsenslösung" - wie diese aussehen soll, lässt er aber offen.

Der Wunsch von Peter Schröcksnadel hat sich nicht erfüllt. In der Präsidenten-Frage im Österreichischen Skiverband bei der Wahl des Nachfolgers des Langchef-Chefs ist von einer harmonischen Lösung bisher keine Rede. Mit Michael Walchhofer hofft ein ehemaliger Abfahrts-Weltmeister auf die Absegnung seiner Kandidatur durch die Landesverbände. Die ehemalige "Speed Queen" Renate Götschl soll indes den Segen von Schröcksnadel haben und macht sich ihrerseits Hoffnung auf den Posten.

Eine Entscheidung könnte im Wahl-Ausschuss am Dienstag fallen. Bis Ende Mai soll - wie in der Vergangenheit stets üblich - jedenfalls eine Einigung auf einen Kandidaten oder eine Kandidatin erfolgen. Offiziell präsentiert werden soll der neue Präsident des ÖSV bei der Länderkonferenz am 19. Juni in Kärnten. Der 79-jährige Schröcksnadel, der nach 31 Amtsjahren ab tritt, sieht die Optik im Prozedere bereits schief hängen.

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"Das gefällt mir überhaupt nicht"

"Ich finde, dass die gesamte Diskussion dem Ski-Verband enorm schadet. Aus dem Ausland schaut man auf uns, was bei uns los ist. Auch Partner und Sponsoren tun das. Wenn es einen Verband gibt, der gespalten ist, schadet das seiner Zukunft. Das gefällt mir überhaupt nicht", sagte Schröcksnadel jetzt ein einem TV-Interview.

Der Tiroler sprach sich wieder für eine "Konsenslösung" aus. Wie diese ausschauen soll, blieb aber offen. "Sie müssen beide zusammenfinden in irgendeiner Form", adressierte Schröcksnadel an das Kandidaten-Duo Walchhofer und Götschl. Er sei freilich ein Fan der Steirerin. "Sie kann das Amt sehr wohl." Gerüchten, wonach er aus dem Hintergrund weiter Einfluss ausüben wolle, erteilte Schröcksnadel eine Absage. Er habe schon vor einiger Zeit alle Funktionen in den Gesellschaften des ÖSV mit Wirkung 19. Juni zurückgelegt, betonte er. "Mir zu unterstellen, ich will mich da drinnen halten - ich brauche das nicht. Ich habe nie vom Ski-Verband gelebt. Der Verband hat von meinen Ideen gelebt."

Landesverbände bei Kandidaten uneins

Dass Götschl im Unterschied zu Walchhofer in Vorstellungsgesprächen mit Landesverbänden in so mancher Frage vage blieb, soll Landeschefs irritiert haben. Es scheint zwei Lager zu geben. Tirol, Vorarlberg und Wien stehen laut Berichten aufseiten von Schröcksnadel und damit auch Götschl, die sich außerdem der Stimmen aus der Steiermark sicher sein kann. In einer Kampfabstimmung wäre dies die Mehrheit. Dazu soll es freilich nicht kommen.

Der Salzburger Walchhofer ließ keine Zweifel aufkommen, dass er die Zukunft des Verbands ohne Einflüsterer bestimmen will. "Ich habe relativ früh und oft klar gemacht: Der Präsident muss in den Gesellschaften die wirtschaftliche Verantwortung gemeinsam mit dem Generalsekretär haben. Sollte das nicht der Fall sein, stehe ich nicht zur Verfügung", stellte er klar. Der ÖSV - immerhin ein Verband mit einem Jahres-Budget von mehr als 40 Millionen Euro - sei gut geführt worden. Es könne aber "die eine oder andere Schraube nachjustiert werden", findet Walchhofer.

Der 46-Jährige hielt auch fest, dass er sich Götschl als Vize-Präsidentin sehr gut vorstellen könnte, erwähnte aber auch die Nordische Sparte als "nicht unwesentlich". Für Götschl ist dies aber offenbar kein Thema. Auf die Frage, ob sie sich auch als Vize-Präsidentin sehe, meinte die 45-Jährige nur knapp: "Ich kandidiere als Präsidentin." (APA/red.)

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