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Paukenschlag beim ÖSV: Präsident Karl Schmidhofer tritt zurück

30. Sept.

Foto: GEPA Pictures / Manfred Hassl

Diese Nachricht trifft den ÖSV völlig überraschend: Der erst kürzlich gewählte Schröcksnadel-Nachfolger Karl Schmidhofer legt sein Amt aus privaten Gründen nieder.

ÖSV-Präsident Karl Schmidhofer hat am Donnerstag nach nur drei Monaten bzw. 100 Tagen im Amt überraschend seinen Rücktritt erklärt. Er begründete diese Entscheidung mit einem "schweren Schicksalsschlag in der Familie". Demnach habe sein 35-jähriger Sohn einen Schlaganfall erlitten. "Ich will nun voll und ganz meine Kraft der Familie widmen", sagte der sichtlich bewegte Schmidhofer bei einer Pressekonferenz am Innsbrucker Bergisel.

Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, aber die Situation lasse ihm keine andere Wahl, so der scheidende ÖSV-Präsident. Interimistisch wird die Agenden des 59-jährigen Steirers vorerst als dienstälteste Funktionärin in der Führung des Verbands Vize-Präsidentin Roswitha Stadlober übernehmen. Dies habe das ÖSV-Präsidium einstimmig beschlossen. Stadlober übernimmt vorerst den Vorsitz im Präsidium bzw. die Repräsentation des Verbands nach außen, sagte ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer.

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Privater Schicksalsschlag trifft Schmidhofer

Kommende Woche sollen die ÖSV-Gremien tagen. Er gehe davon aus, dass sich alle "ihrer Verantwortung bewusst" sind. Eine "Frist" bis zur endgültigen Entscheidung über den oder die Nachfolgerin gebe es nicht, so Scherer. Die Verantwortlichen hätten nun zwei Möglichkeiten: Entweder es gebe eine vorgezogene Neuwahl, oder man warte bis zur regulären Länderkonferenz bzw. Jahreshauptversammlung im kommenden Juni.

Kurz vor seiner völlig überraschenden Ankündigung hatte Schmidhofer bei der Pressekonferenz, in der laut ursprünglicher Einladung auch ein "Ausblick auf die kommenden Monate" angekündigt wurde, Bilanz über seine bisherige Amtszeit gezogen. Er sprach etwa von der "Büro-Infrastruktur", die er sich am ÖSV-Sitz in Innsbruck genau angeschaut und für gut befunden habe. "Ich kann eine erfreuliche Bilanz legen", erklärte der Ex-ÖVP-Nationalratsabageordnete. Und verwies etwa auf das "höchste Sportbudget aller Zeiten", das einstimmig beschlossen worden sei - mit einer Steigerung von knapp unter zehn Prozent.

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ÖSV-Gremien tagen kommende Woche

Auch der Übergang von Langzeit-Präsident Peter Schröcksnadel zu ihm sei "sehr fair und harmonisch" vonstatten gegangen. "Der Peter ist nach wie vor sehr viel im Büro", so Schmidhofer. Konkret sprach er die Tätigkeit des Tirolers als FIS-Vizepräsident an, aufgrund derer man weiter sehr eng zusammenarbeite. Zudem kündigte Schmidhofer unter anderem an, dass es auch Neuerungen personeller Natur im Marketing geben werde.

Scherer wiederum sah den Verband vor dem Sölden-Auftakt Ende Oktober "sehr gut vorbereitet" und Schmidhofer in Innsbruck "mit offenen Armen empfangen". 21 Weltcup-Rennen werde man kommende Saison organisieren - mit Zusehern und unter Einhaltung aller behördlichen Corona-Vorgaben. "Wir wollen den ÖSV breiter aufstellen. Als Multiplikator für den Wintersport und mit Fokus auf den Breitensport". Der Verband solle die "Stimme des Wintersports" sein. Doch wenig später - im "zweiten Teil" der Pressekonferenz - folgte dann der Schmidhofer-Paukenschlag, über den der Steirer die Verantwortlichen kurz zuvor unterrichtet hatte. (APA/red.)

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