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Ski: Corona-“Rundumschlag” gibt Speed-Damen Rätsel auf

4. Dez.
SCHOENBERG,AUSTRIA,11.MAY.20 - ALPINE SKIING - photoshooting with Nicole Schmidhofer after lightening the restrictions due to the SARS-CoV-2 crisis, corona crisis. Image shows Nicole Schmidhofer (AUT). Photo: GEPA pictures/ Christian Walgram

Foto: GEPA Pictures / Christian Walgram

Wie das Coronavirus in die Trainingsgruppe "Weltcup Speed" der ÖSV-Damen gekommen ist, haben die betroffenen Athletinnen Nicole Schmidhofer, Tamara Tippler, Stephanie Venier und Mirjam Puchner nicht herausgefunden. Damen-Rennsportleiter Christian Mitter verwies im Gespräch mit Journalisten auf die vielen täglichen Neu-Infektionen in Österreich und meinte mit Blick auf Skisportler: "Wir sind auch keine Götter, die in einer Plastikblase wohnen."

Drei der Läuferinnen, die sich infiziert haben, sind wieder fit und für die beiden Super-G-Rennen am Wochenende in St. Moritz nominiert. Tippler hat dagegen noch mit den Nachwehen zu kämpfen. Die Steirerin berichtete u.a. von Kopf- und Gliederschmerzen sowie einem Hautausschlag. Sie sehe sich "nicht imstande, körperliche Höchstleitungen zu erbringen" und leide an manchen Tagen noch an Schwindel.

Venier: "Jede von uns hat es anders getroffen"

Auch bei Venier verlief die Erkrankung bei weitem nicht symptomlos. "Es hat jede ein bisschen anders getroffen. Ich hatte extrem Kopfweh, war extrem müde und schmecke und rieche immer noch nichts. Mittlerweile geht es mir wieder ganz gut", sagte die Tirolerin. Bedenken wegen möglicher Langzeitfolgen hat sie nicht. "Ich hatte eine Spiroergometrie, man hat einen Herz-Ultraschall gemacht und die Lungenfunktion getestet. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass ich wieder voll fit bin."

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Corona: Kein Tippler-Start

Den vorgeschriebenen Schnell- und PCR-Tests muss sich Venier wie alle anderen, die die Infektion schon durchgemacht haben, nach wie vor unterziehen. Etwas Positives bringen positive Tests für die Infizierten mit sich, denn zumindest corona-bedingt sollten in dieser Saison keine Ausfälle mehr drohen. Darauf baut auch Schmidhofer, die mit Kopfschmerzen glimpflich davonkam. "Laut Ärzten sollte es in den nächsten zwei, drei Monaten kein Thema mehr sein. Ich hatte es und hoffe, das ist jetzt soweit erledigt und kommt hoffentlich auch nicht mehr. Und der Nervenkitzel fällt weg, dass man jedes Mal hinschwitzt, dass man hoffentlich negativ ist."

Der Bevölkerung rät sie zur Teilnahme an den Massen-Tests. "Ich habe keine Ahnung, wo ich mich angesteckt habe. Es geht so schnell, dass man es hat, man glaubt es nicht. Ich bin brutal fanatisch gewesen, habe mich fast daheim eingesperrt und es trotzdem bekommen." Mit dem Wissen um die eigene Gesundheit würde man auch die Familie, die Großeltern und Freunde schützen.

Auch Puchner rätselt über ihre Ansteckung

Puchner sprach von "Glück", dass sie kaum Symptome hatte. Zudem sei der Zeitpunkt der Infektion mit einer Regenerationsphase zusammengefallen. So verpasste die Salzburgerin nur einzelne Ski-Tage. Seit zwei Wochen sei sie wieder "auf freiem Fuß". Sie könne nicht sagen, wo sie es her habe, man habe alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten. "Wir haben uns desinfiziert, Masken getragen, hatten Einzelzimmer, haben Abstand gehalten. Es war ein Rundumschlag. Man muss jetzt die, die es noch nicht erwischt hat, auch schützen und die ganzen Maßnahmen weiter aufrechterhalten."

Das Prozedere bei einem positiven Corona-Test ist für Spitzensportler gleich wie bei jedem anderen hierzulande. Da die Infektion meldepflichtig ist, übernimmt die Behörde. Es folgen Absonderungsbescheid, Quarantäne, Entlassungsbescheid. "Bevor sie zurück auf Schnee dürfen, machen sie sportmedizinische Untersuchungen unter Belastung. Also nicht nur ein Abklopfen, sondern ein Belastungs-Spirotest. Wir klären, ob im Herz und in der Lunge alles o.k. ist", erklärte Mitter.

Für die Betroffenen freilich bedeutet ein positiver Test den Trainings-Stopp. "Logischerweise für die Quarantäne-Zeit, und dann vielleicht noch wegen der Nachwirkungen." Dank hoher Anzahl von Ski-Tagen zuvor wirkten sich die fehlenden Tage im November bei den Athletinnen nicht so gravierend aus. "Es war gut, dass man bis dahin seine sieben Zwetschgen schon beinander hatte."

Positive Fälle gäbe es nicht nur im ÖSV, sondern auch im Umfeld, den Familien. "Es gibt keinen mehr, der keinen Positiven kennt. Wir müssen einfach aufpassen", warnt Damen-Chef Mitter, der die kleinen Gruppen und das engmaschige Netz erwähnte - und zudem auf Disziplin und Hausverstand pocht. Sein Job ist aber noch herausfordernder geworden. "Covid hat noch einmal eine neue Dimension aufgerissen. Man muss schauen, dass man gesundheitlich alles richtig macht. Aber auch administrativ bzw. mit den Auflagen, die von der FIS gefordert sind. Da kommt man sich teilweise vor wie ein Gesundheitsbeauftragter." (APA/red.)

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