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Ski: “Wird Zeit” – Liensberger kann mit Flachau-Sieg Hosp ablösen

12. Jan.
ZAGREB,CROATIA,03.JAN.21 - ALPINE SKIING - FIS World Cup, slalom, ladies. Image shows the rejoicing of Katharina Liensberger (AUT).

Foto: GEPA Pictures / Mario Buehner

Ohne Zuschauer, aber trotzdem mit Heimvorteil könnte Dienstagabend in Flachau die über sechsjährige Slalom-Durststrecke der ÖSV-Damen enden. Allen voran Katharina Liensberger ist beim Flutlicht-Klassiker in Salzburg zuzutrauen, Nicole Hosp als aktuellste ÖSV-Slalomsiegerin abzulösen. Die Vorarlbergerin kam in allen vier Saison-Slaloms auf das Podest, war zuletzt am Semmering und in Zagreb Zweite. "Ich weiß, dass alles möglich ist", hat Liensberger keine Berührungsängste.

54 Slaloms sind seit dem Triumph von Hosp im November 2014 in Aspen ohne Sieg einer ÖSV-Athletin vergangen. Hauptsächlich wohl deshalb, weil damals mit Hosp, Marlies Raich (seinerzeit noch Schild), Kathrin Zettel und Michaela Kirchgasser eine höchst erfolgreiche Slalomgeneration abgetreten ist. "Es war eine Generation, die jung gekommen und lange erfolgreich geblieben ist. Kein Wunder, wenn danach ein Loch entsteht", erklärt sich für Hosp die lange Sieglosigkeit.

Hosp lobt Entwicklung im ÖSV-Team

Umso mehr taugt der im Juni 2015 zurückgetretenen Riesentorlauf-Weltmeisterin von 2007, was in den letzten Jahren entstanden ist. Nämlich ein junges Team rund um Liensberger, Katharina Truppe & Co., "das sich sehr gut entwickelt hat. Sie pushen sich gegenseitig, haben halt nur ein bissl gebraucht, bis sie es geschafft haben, ihre Leistung vom Training ins Rennen rüberzubringen. Vor allem diesen Winter sind da aber Riesenschritte passiert."

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Schwarz bricht den Bann

Deshalb, so Hosp, ist aus dem jahrelangen Slalom-Duell zwischen Mikaela Shiffrin und Petra Vlhova nun ein Vier- oder gar Fünfkampf entstanden, weil Liensberger, Michelle Gisin, aber auch Wendy Holdener regelmäßig an der Spitze mitmischen. "Man sieht, dass Vlhova und Shiffrin voll unter Druck stehen. Und dann auch Fehler machen, weil sie jetzt viel mehr riskieren müssen", sieht auch Hosp die Chance auf einen baldigen Sieg Liensbergers. "Sie ist nicht mehr weit weg. Sie ist vom Oberkörper her sehr gut ausgerichtet, greift bedingungslos an und lässt sich durch Fehler nicht rausbringen", hält die Tirolerin große Stücke auf die 23-jährige Vorarlbergerin.

Liensberger selbst geht mit großer Freude und hohen Erwartungen in den fünften Saison-Slalom am Dienstag. 2016 gab sie in Flachau ihr Weltcup-Debüt, holte dort vor zwei Jahren als Dritte auch ihren ersten Podestplatz. Nun soll es auch mit dem ersten Sieg klappen.

Flachau: Liensberger mit viel Zuversicht

Der wellige und nach rechts hängende Slalom-Hang auf der "Hermann Maier Piste" gefällt Liensberger, "weil er zum Ziehen vom Start bis ins Ziel einlädt und zum Gas geben verleitet." Sie komme mit immer mehr Erfahrung zu den Rennen. "Ich hatte viele gute Trainings-Tage, die ich für mich nutzen konnte. Ich komme daher mit größerer Selbstverständlichkeit her, habe mehr Erfahrung und Sicherheit gewonnen. Wo ich früher unsicher war, bin ich heute viel souveräner."

Als einzige aus dem oben genannten Quintett, das mit Ausnahme Zagreb (Holdener 6.) in allen bisherigen Slaloms die Top fünf gestellt hat, stand Liensberger in allen vier Slaloms auf das Podest. Wer das geschafft hat, kann ein Rennen auch gewinnen. Liensberger ist bewusst, dass spätestens mit dem Slalomsieg von Marco Schwarz in Adelboden nun auch bei den ÖSV-Damen eine hohe Slalom-Erwartungshaltung entstanden ist.

Platzt auch bei "Liensi" der Knoten?

Für sie sei das aber o.k. "Ist doch schön, wenn die Menschen das so sehen. Für mich sagt es, dass alles möglich ist, auch, dass ich vom obersten Podest runterlächle." Wirklich schön sei, dass einerseits stets der Weg das Ziel sei. 48 Stunden nach Schwarz nachzulegen, kann sie sich aber auch gut vorstellen: "Auf jeden Fall", bestätigt "Liensi".

Liensberger war noch ein Teenager und gerade erst in den ÖSV gekommen, als sich Hosp in den USA zur bisher letzten ÖSV-Slalomsiegerin gekürt hatte. Die Tirolerin ist am Dienstag jedenfalls eine Zerrissene. "Denn einerseits ist man das ja gerne. Aber als Ski-Fan muss ich sagen, es ist höchste Zeit für eine Ablöse." (APA/red.)

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