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Skispringen: Aschenwald in Garmisch 6. – Kubacki Neujahrssieger

1. Jan. 2021

Foto: GEPA Pictures / Matic Klansek

Beim Neujahrsspringen in Garmisch triumphiert Dawid Kubacki mit neuem Schanzenrekord - für Österreichs Hoffnung Stefan Kraft endet die zweite Tournee-Station dagegen enttäuschend.

Österreichs Skispringer haben auch im zweiten Bewerb der Vierschanzentournee keinen Podestplatz geschafft. Philipp Aschenwald landete im Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen als bester ÖSV-Adler auf Platz sechs, der Tiroler ist nun auch im Gesamtklassement Sechster. Seine Teamkollegen um den zu Jahresbeginn als 28. erneut abgestürzten Stefan Kraft kamen nicht ins Spitzenfeld. Den Sieg sicherte sich Tournee-Titelverteidiger Dawid Kubacki.

Der Pole triumphierte dank neuem Schanzenrekord von 144 Metern im zweiten Durchgang deutlich vor dem Norweger Halvor Egner Granerud. Der bisherige Weltcup-Dominator übernahm damit von Oberstdorf-Sieger Karl Geiger die Tournee-Führung. Der Deutsche hielt nach schwachem ersten Durchgang (14.) den Schaden als Fünfter hinter den beiden Polen Piotr Zyla und Kamil Stoch in Grenzen.

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Kraft nach verpatztem Sprung durchgereicht

Ex-Tourneesieger Kraft rutschte hingegen durch seinen verpatzten Final-Sprung von der 13. Stelle noch weit zurück. In Oberstdorf war der Salzburger noch Sechster gewesen. "Das war leider ein schlechter Sprung. Ich kann nicht sagen, an was es gescheitert ist, es ist leider nicht aufgegangen. Alle anderen Sprünge waren gut, ich weiß nicht, wo der jetzt herkommt, das zipft mich schon an", bedauerte Kraft den neuerliche Absturz in Garmisch, wo der Tournee-Sieger von 2015 auch schon in den vergangenen drei Jahren arge Probleme gehabt hatte.

Trotzdem freue er sich aber schon auf Innsbruck, betonte der im bisherigen Winter von einer Corona-Infektion und Rückenproblemen gebremste Weltcup-Titelverteidiger. Deutlich positiver kann nach einem neuerlichen Top-Ten-Rang aber bestimmt Aschenwald in den Heimbewerb am Sonntag gehen. Der Zillertaler zeigte sich in Garmisch mit zwei konstanten Sprüngen in guter Verfassung, gegen die Top-Leute war er aber chancenlos. "Ich bin sehr zufrieden, wie die Sprünge gelaufen sind. Aber trotzdem habe ich mich kurz geärgert, weil es sehr knapp ist", sprach der Zillertaler den mit weniger als drei Punkten nicht allzu großen Rückstand auf die Podestplätze an.

Aschenwald schöpft Hoffnung vor Heimbewerb

Der geringe Abstand zu den Allerbesten sei ermutigend. "Es ist nicht viel. Vielleicht ist das Glück in Österreich dann auf unserer Seite", blickte der 25-Jährige zuversichtlich voraus. In der Tournee-Gesamtwertung fehlen ihm auf den hinter Granerud und Geiger nun drittplatzierten Stoch aber schon mehr als 17 Punkte. Zwischen Aschenwald und Stoch sind im Gesamtklassement auch noch Kubacki und der Deutsche Markus Eisenbichler eingereiht.

Der neue Spitzenreiter Granerud liegt über 24 Punkte vor Aschenwald. Der Norweger verpasste seinen ersten Tournee-Tageserfolg 7,2 Zähler hinter Kubacki deutlich, steigerte sich aber gegenüber Oberstdorf (4.). "Natürlich wollte ich gewinnen. Aber ich habe heute viele Punkte aufgeholt", so der vor der Tournee mit fünf Siegen in Serie überragende Schützling von Alexander Stöckl. Kubacki jubelte indes dank seines Rekordflugs über seinen fünften Weltcup-Erfolg, den ersten in diesem Winter nach den Corona-Turbulenzen im Lager der Polen vor Tournee-Beginn. "Der Sieg fühlt sich super an, vor allem mit dem Schanzenrekord. Ich bin sehr froh, und damit jetzt auch in der Tournee wieder im Spiel", sagte der in Oberstdorf als 15. noch enttäuschende Titelverteidiger.

Wie für Kraft lief es auch für die restlichen Österreicher nicht nach Wunsch. Während Daniel Huber als zweitbester ÖSV-Springer 14. wurde, setzte es für Michael Hayböck nach der Enttäuschung in Oberstdorf den nächsten Dämpfer. Der Skiflug-WM-Vierte verpasste als 34. erneut den zweiten Durchgang. Wegen einer Weisheitszahn-OP nicht am Start war der norwegische Vorjahres-Sieger Marius Lindvik. Der Oberstdorf-Dritte hofft auf eine Rückkehr in Bischofshofen. Diese sei aber unwahrscheinlich, so sein Trainer Stöckl. (APA/red.)