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Spa: Große Schumacher-Karriere begann vor 30 Jahren

24. Aug.
Tarmac, Asphalt, Road

Foto: GEPA pictures/ XPB Images

Am Wochenende gastiert die Formel 1 nach der Sommerpause in Spa-Francorchamps. Dort begann vor 30 Jahren die Karriere von Michael Schumacher - mit einer Notlüge.

Alles begann in einer kargen Unterkunft mit zwei schmalen Einzelbetten in der belgischen Provinz. Für 32 Euro ließ sich in der Auberge Francopole bis zuletzt ein Zimmer mieten, um selbst zu erleben, wie das für Michael Schumacher vor genau 30 Jahren wohl gewesen sein muss. Vier Nächte verbrachte der spätere Formel-1-Rekordweltmeister und Held einer ganzen Generation in dieser Jugendherberge, bevor er am 25. August 1991 in Spa-Francorchamps seinen ersten Grand Prix fuhr.

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Das Rennen endete für Schumacher bereits nach 500 Metern. Trotzdem war es der denkwürdige Start einer einzigartigen Karriere. Einer Karriere, die mit einer Notlüge begonnen hatte. Schumachers Manager Willi Weber erzählte Teamchef Eddie Jordan zwar, dass der damals 22-Jährige den legendären Kurs in den Ardennen bestens kenne. Doch das stimmte gar nicht. "Aus diesem Grund schnappte ich mir ein Fahrrad, um dort ein paar Runden zu fahren und ich erkannte gleich, welch fantastische Strecke dies ist", sagte Schumacher später einmal über Spa.

Nur mit diesem Trick und viel Überzeugungsarbeit durch Weber, der sich nach Problemen mit einer Hotelbuchung das triste Zimmer Nummer vier im Hostel mit seinem Schützling teilte, bekam Schumacher das Cockpit von Bertrand Gachot. Der Franzose musste wegen einer Attacke mit Reizgas auf einen Taxifahrer in London kurzfristig ins Gefängnis. "Schumacher, wer?", soll der charismatische Jordan gefragt haben, als Weber den Deutschen als Ersatzmann vorschlug.

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Erster Rennsieg in Spa

Doch Schumacher konnte mit seiner unvergleichlichen Fahrweise bei einem Test in Silverstone überzeugen und durfte in Spa hinter das Lenkrad des Jordan 191. "Ich habe meine Chance bekommen, und die habe ich genutzt", sagte Schumacher. "Ich habe von der Formel 1 geträumt, aber ich habe mir nie vorstellen können, dass es wirklich klappen sollte."

Im Qualifying raste der Deutsche gleich sensationell auf Rang sieben. Es wurde gemutmaßt, dass er gleich sein erstes Rennen gewonnen hätte, wenn ihn nicht ein Schaden an der Kupplung noch auf dem ersten Kilometer ausgebremst hätte. Und so gewann er erst ein Jahr später. Natürlich in Spa, auf der Strecke, auf der er wie kein anderer sein Können zeigte.

"Michael war die eindrucksvollste Person, die je ein Debüt in einem meiner Autos gegeben hat. Es stellte sich eine Frage: Entweder war die Stoppuhr defekt oder dieser Junge war verdammt gut", sagte Jordan über Schumachers Anfänge. Schumacher blieb nur ein Rennen bei ihm und wechselte dann zu Benetton.

Formel 1 gastiert in Belgien

Sechs seiner insgesamt 91 Karriere-Siege feierte Schumacher in Belgien. Der siebenmalige Weltmeister liebte den hügeligen Kurs mit der legendären Bergauf-Mutkurve Eau Rouge, der eigentlich überhaupt nichts für Anfänger ist. Am kommenden Wochenende (das Rennen am Sonntag ab 18:10 Uhr im Re-Live bei ServusTV Österreich) dürfen sich dort auch die F1-Piloten der aktuellen Generation versuchen - darunter Schumachers Sohn Mick. Dieser ist wie sein Vater beim Debüt in Spa in Belgien 22 Jahre alt.

Mick Schumacher ist in seiner Premierensaison für das unterlegene US-Team Haas zwar noch ohne WM-Punkte. Aber er hat sein Können bereits vereinzelt aufblitzen lassen. Vater Michael wird seinen historischen Erstauftritt in Spa nicht an der Strecke verfolgen können. Der mittlerweile 52-jährige Ex-Champion lebt nach einem fatalen Skiunfall 2013, bei dem er ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, abgeschirmt von der Öffentlichkeit.

"Dank der Arbeit seiner Ärzte und dem Mitwirken von (Ehefrau) Corinna, die wollte, dass er überlebt, hat er überlebt – aber mit Folgen. Und im Moment kämpft man gegen die Folgen an", sagte FIA-Präsident Jean Todt kürzlich in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung. Der ehemalige Ferrari-Teamchef gilt als enger Vertrauter der Familie. Todt: "Wir hoffen, dass sich die Dinge langsam, aber sicher verbessern." (APA/red.)

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