Sport: Das Sport-Jahr 2021 im Rückblick

30. Dez.

Foto: Getty Images / Red Bull Content Pool

Das Sport-Jahr 2021 hat viele Großereignisse gebracht: Die Olympischen Spiele in Tokio und die Fußball-EM gingen wegen der Corona-Pandemie ein Jahr verspätet in Szene. Ein Rückblick.

Das Sport-Jahr 2021 hat viele Großereignisse gebracht, sowohl die Olympischen Spiele in Tokio als auch die paneuropäische Fußball-EM gingen wegen der Corona-Pandemie ein Jahr verspätet in Szene. Dazu kamen für Österreich ebenfalls sehr erfolgreich verlaufene Wintersport-Weltmeisterschaften und spannende Wahlen um die Chefposten im Fußball- und Skiverband. APA-Fußballer des Jahres wurden David Alaba und Nicole Billa. Tennis-Ass Dominic Thiem wurde von einer Blessur gebremst.

FORMEL-1/WM

März bis Dezember: Der Niederländer Max Verstappen ist zum ersten Mal in seiner Laufbahn Formel-1-Weltmeister. Der Red-Bull-Star gewinnt in einem denkwürdigen Finale den Großen Preis von Abu Dhabi durch ein Überholmanöver in der letzten Runde, als er an seinem bis dahin im Rennen führenden WM-Widersacher Lewis Hamilton im Mercedes vorbeizieht. Fix wird der Titel erst vier Tage später, Mercedes verzichtet auf die mögliche Anfechtung des Ergebnisses. Auch 2021 finden zwei Rennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg statt und beide gewinnt Verstappen.

MOTO-GP/WM

März bis November: Der Yahama-Pilot Fabio Quartararo kürt sich in Misano zum ersten französischen Motorrad-Weltmeister in der MotoGP-Klasse. Valentino Rossi gibt beim Saisonfinale in Valencia seinen Abschied. Der 42-jährige Italiener hört nach 25 Jahren im Grand-Prix-Zirkus und neun Weltmeistertiteln, sieben davon in der Motorrad-Königsklasse, auf. In Spielberg finden im August wieder zwei Rennen statt. Der spanische Rookie Jorge Martin feiert auf Ducati seinen Premierensieg. KTM-Pilot Brad Binder aus Südafrika ist im zweiten WM-Lauf nicht zu schlagen.

OLYMPISCHE SPIELE/TOKIO

Juli/August: Mit sieben Medaillen übertrifft Österreichs Team die Medaillenerwartungen und legt die erfolgreichste Performance im Zeichen der Fünf Ringe im Sommer seit Athen 2004 hin. Anna Kiesenhofer erobert sensationell Gold im Rad-Straßenrennen und sorgt damit weltweit für Schlagzeilen. Dazu gibt es im Judo Silber durch Michaela Polleres (bis 70 kg) sowie Bronze für Shamil Borchashvili (bis 81 kg). Dritte werden auch Magdalena Lobnig im Ruder-Einer, Lukas Weißhaidinger im Diskuswurf, Karateka Bettina Plank in der Kumite-Klasse bis 55 kg und Kletterer Jakob Schubert. Der US-Schwimmer Caeleb Dressel wird mit fünf Goldmedaillen der erfolgreichste Athlet in Tokio, die Australierin Emma McKeon holt mit viermal Gold und dreimal Bronze die meisten Medaillen.

Die um ein Jahr verschobenen Spiele finden wegen der Corona-Pandemie vor leeren Zuschauerrängen statt. Organisation und Sportstätten erfahren höchstes Lob. Negative Höhepunkte sind die Anfeuerungsrufe von deutschen Team-Offiziellen im Radsport ("Hol' die Kameltreiber, hol' die Kameltreiber, komm") und Modernen Fünfkampf ob eines verweigernden Pferdes ("Hau mal richtig drauf! Hau drauf!"). Beide Betreuer wurden von den Spielen ausgeschlossen. Viel Beistand erhält US-Turn-Superstar Simone Biles, die von ihren mentalen Problemen erzählt und sich zwischenzeitlich aus den Wettkämpfen zurückzieht. Bis 2025 im Amt bleibt Thomas Bach als 2025 Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

FUSSBALL-EM/EUROPA

Juni/Juli: Italien krönt sich zum zweiten Mal nach 1968 zum Europameister. Im Endspiel der paneuropäischen Titelkämpfe wird im Wembley-Stadion in London England im Elfmeterschießen mit 3:2 niedergerungen. Österreich schafft es bis ins Achtelfinale. Den ersten Sieg einer österreichischen Mannschaft bei einer EM-Endrunde feiern David Alaba und Co. gleich im ersten Spiel mit 3:1 gegen Nordmazedonien, es folgen ein 0:2 gegen Niederlande sowie ein 1:0 gegen die Ukraine. Im Achtelfinale liefert die Auswahl von Franco Foda Italien einen heißen Fight auf Augenhöhe und muss sich erst in der Verlängerung mit 1:2 geschlagen geben.

Am 12. Juni bangt ganz Fußball-Europa um das Überleben von Christian Eriksen. Der dänische Nationalspieler kollabiert im Gruppenspiel gegen Finnland, Helfer führten lebensrettende Maßnahmen aus. Die in der 43. Minute unterbrochene Partie wird später fortgesetzt. Nicht nur in diesem Fall sorgt die UEFA-Politik für Kopfschütteln, sondern auch bezüglich Abwälzen der Verantwortung auf die lokalen Behörden in der Corona-Frage und des Regenbogen-Verbots. Erstmals kommt bei einer EM-Endrunde der Videoschiedsrichter-Assistent (VAR) zum Einsatz, die Entscheidungen bei den zu bewertenden Szenen werden schnell und überwiegend richtig getroffen.

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FUSSBALL-NATIONALTEAM/WM-QUALIFIKATION

März bis Dezember: Das ÖFB-Team schließt die WM-Quali-Gruppe F hinter Dänemark, Schottland und Israel nur auf Rang vier ab. Dennoch lebt im Play-off die Chance auf eine Teilnahme an der Endrunde 2022 in Katar. Am 24. März 2022 geht es auswärts gegen Wales, im Falle eines Sieges würde es die ÖFB-Auswahl fünf Tage später in Wien mit dem Gewinner aus Schottland gegen die Ukraine zu tun bekommen. Sollte man auch diese Partie für sich entscheiden, wäre Österreich zum ersten Mal seit 1998 und zum insgesamt achten Mal bei einer WM dabei.

Das ÖFB-Team schließt 2021 erstmals seit 2016 nicht mit einer positiven Jahresbilanz ab. Sieben Siege, zwei Remis und sieben Niederlagen stehen zu Buche. Das Torverhältnis lautet 24:23. Durch WM-Qualifikation und EM in einem Jahr sind 2021 insgesamt 16 Länderspiele zu absolvieren - ein Rekord in der ÖFB-Geschichte. Die Nations League bringt 2022 von 3. Juni bis 25. September Kroatien, Dänemark und Frankreich als Gegner.

FUSSBALL/EUROPACUP

Februar bis November: Chelsea holt sich im Mai die Champions-League-Trophäe mit einem 1:0 in Porto gegen Manchester City. In Danzig gewinnt Villarreal, das zuvor im Sechzehntelfinale auch Red Bull Salzburg ausgeschaltet hat, überraschend die Europa League. Die Spanier ringen Manchester United im Finale in einem packenden Elfmeterschießen mit 11:10 nieder. In der laufenden Saison fixiert Salzburg mit einem 1:0 gegen FC Sevilla durch ein Tor von Noah Okafor den Aufstieg in die K.o.-Phase, die Gruppe wird auf Platz zwei hinter OSC Lille beendet. Im Achtelfinale wartet Schwergewicht Bayern München, die Spiele finden am 16. Februar in Wals-Siezenheim und am 8. März in München statt.

Der LASK gewinnt in der Conference League die Gruppe A und ist damit im März im Achtelfinale mit dabei, die Auslosung erfolgt im Februar. Für Rapid Wien platzt der Traum vom Europa-League-Aufstieg, nach einem 1:0 in Genk gelingt aber der Umstieg in die Conference League. Sechzehntelfinalgegner ist im Februar Tottenham oder Vitesse Arnheim. Für SK Sturm Graz ist indes die Europacupsaison vorbei, es wird nur der letzte Platz in der Gruppe B der Europa League.

FUSSBALL/NATIONALE LIGEN

Jänner bis Dezember: Red Bull Salzburg gewinnt zum achten Mal den ÖFB-Cup und zum achten Mal en suite den Meistertitel in der Bundesliga. Inklusive der drei Titel des Vorgängerclubs Austria Salzburg hält der Verein nun bei 15 österreichischen Meisterschaften. In derselben Gangart geht es auch 2021/22 weiter. Nach 18 Runden hält Salzburg bei 45 Zählern und hat damit 14 Vorsprung auf die Verfolger Sturm Graz und WAC.

Der Meistertitel 2020/21 in Deutschland geht an Bayern München. Die Bayern triumphieren zum insgesamt 31. Mal und zum neunten Mal in Folge. Für David Alaba ist es der zehnte und gleichzeitig letzte Bundesliga-Titel, er unterschreibt einen Fünfjahresvertrag bei Real Madrid. Meister der Premier League wird Manchester City, in Italien werden die Ehren zum 19. Mal Inter Mailand zu teil. In der Serie A ist seit August auch Marko Arnautovic bei Bologna FC aktiv. In der La Liga setzt sich Atletico Madrid durch, in der Ligue 1 OSC Lille.

FUSSBALL/ÖFB-PRÄSIDENTENWAHL

17. Oktober: Gerhard Milletich wird im Rahmen der Ordentlichen Bundeshauptversammlung in Velden zum neuen ÖFB-Präsidenten gewählt. Der 65-jährige Burgenländer erhält elf von 13 möglichen Stimmen, die zwei Gegenstimmen kommen von den Landesverbänden Salzburgs und Tirols. Zuvor setzt sich Milletich am 11. September im Wahlausschuss im zweiten Wahlgang gegen Roland Schmid durch. Milletich folgt Leo Windtner nach, der nach zwölfeinhalb Jahren den Chefposten räumt. Hauptberuflich führt Milletich als Miteigentümer die Geschäfte des Bohmann Verlags, eines der größten Verlagshäuser in Österreich.

APA-FUSSBALLER DES JAHRES/FUSSBALLERIN DES JAHRES

Dezember: Österreichs Fußballer des Jahres 2021 heißt wie im Vorjahr David Alaba. Der Profi von Real Madrid setzt sich in der von der APA - Austria Presse Agentur unter den zwölf Bundesliga-Trainern durchgeführten Wahl mit 44 Punkten klar vor Karim Adeyemi (Red Bull Salzburg/25) und Christoph Baumgartner (Hoffenheim/8) durch. Für Alaba ist es die insgesamt achte Kür, er ist damit klarer Rekordhalter.

Fußballerin des Jahres ist Nicole Billa. Die Stürmerin von 1899 Hoffenheim gewinnt bei der unter den Verantwortlichen der zehn Frauen-Bundesliga-Teams durchgeführten Wahl zum zweiten Mal nach 2019. Die 25-jährige Tirolerin sorgt mit 25 Punkten für eine neue Rekordmarke. Bayern-Legionärin Sarah Zadrazil teilt sich mit Frankfurts Barbara Dunst (je 9 Zähler) Rang zwei.

ALPINE SKI-WM/CORTINA D'AMPEZZO

Februar: Die ÖSV-Mannschaft gewinnt fünfmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze und übertrifft die Erwartungen. Jeweils Doppel-Weltmeister werden Katharina Liensberger im Slalom und Parallelbewerb sowie Vincent Kriechmayr in Abfahrt und Super-G, dazu kommt der Kombititel durch Marco Schwarz. Silber erobert Adrian Pertl im Slalom, jeweils Bronze fügen Liensberger und Schwarz im Riesentorlauf ihrem Erfolgskonto hinzu. Zwei WM-Titel holen auch die Schweizerin Lara Gut-Behrami (Super-G, Riesentorlauf), der Franzose Mathieu Faivre (Riesentorlauf, Parallel) und der Norweger Sebastian Foss-Solevaag (Slalom, Teambewerb).

NORDISCHE SKI-WM/OBERSTDORF/WELTCUP

Februar/März/November/Dezember: Österreichs Nordische Skisportler erringen sieben Medaillen. Für die vier in Gold sorgen der Nordische Kombinierer Johannes Lamparter allein sowie mit Lukas Greiderer im Team-Sprint, Skispringer Stefan Kraft von der Großschanze und die Skispringerinnen Daniela Iraschko-Stolz, Sophie Sorschag, Chiara Hölzl und Marita Kramer im Teambewerb. Silber erobert die Springer-Mannschaft mit Philipp Aschenwald, Jan Hörl, Daniel Huber und Kraft, Bronze das Mixed-Team Kramer, Michael Hayböck, Iraschko-Stolz, Kraft sowie die Kombinierer-Mannschaft Lamparter, Lukas Klapfer, Mario Seidl und Greiderer. Erfolgreichste Athletin in Oberstdorf ist die norwegische Langläuferin Therese Johaug mit viermal Gold. Norwegen gewinnt 13 Titel. Die WM endet unwürdig: Nach dem 50-km-Langlauf gibt es Protest und Gegenprotest und ein Endergebnis erst rund 100 Minuten nach dem Zieleinlauf.

Die Skispringer feiern in der laufenden Weltcupsaison 2021/22 bereits acht Siege. Marita Kramer gewinnt fünf Bewerbe, Jan Hörl und Stefan Kraft je einen sowie auch mit der Mannschaft.

BIATHLON-WM/POKLJUKA/WELTCUP

Februar/Dezember: Die Tirolerin Lisa Hauser avanciert mit Gold im Massenstart zur ersten österreichischen Biathlon-Weltmeisterin. Dazu kommt Silber in der Verfolgung und mit der österreichische Mixed-Staffel mit David Komatz, Simon Eder und Dunja Zdouc. Erfolgreichste Nation ist Norwegen mit 14 Medaillen (7/3/4). Im Weltcup gewinnt Hauser die kleine Kugel für die Wertung im Einzelbewerb. Stark startet sie auch in die Olympiasaison, den Sprint in Östersund gewinnt sie.

SNOWBOARD-WM/ROGLA/IDRE/WELTCUP/FREESKI

Jänner/März/Oktober/Dezember: Benjamin Karl krönt sich zum fünffachen Weltmeister. Der Niederösterreicher setzt sich bei der Parallel-WM in Rogla im österreichische Finalduell im Slalom gegen Andreas Prommegger durch. Julia Dujmovits macht in ihrer Comebacksaison mit Bronze im Parallel-Riesentorlauf den ÖSV-Medaillensatz komplett. Bei der Cross-WM in Idre erobert Alessandro Hämmerle die Silbermedaille, er holt sich auch die Weltcupkugel.

In der Weltcupsaison 2021/22 stehen bereits fünf Siege zu Buche - im Cross zwei für Alessandro Hämmerle und einen für Jakob Dusek, im Parallel je einen für Daniela Ulbing und Prommegger. Im Freeski ist ein neuer Star geboren: Matej Svanver gewinnt beide Weltcups im Big Air und wird zum Olympia-Favoriten.

ALPINER SKI-WELTCUP

Jänner bis März/Oktober bis November: Acht Saisonsiege durch vier Athleten fahren Österreichs alpine Ski-Herren in der Saison 2020/2021 ein, zudem wird nach einer kugellosen Saison durch Marco Schwarz (Slalom) und Vincent Kriechmayr (Super-G) zweimal Kristall errungen. Bei den Frauen holt Katharina Liensberger im Slalom die einzigen beiden Weltcup-Siege und gewinnt die Disziplinwertung. Die Gesamtweltcupsiege gehen erstmals an den Franzosen Alexis Pinturault und die Slowakin Petra Vlhova. Weitere Wertungssieger sind Sofia Goggia (ITA/Abfahrt), Lara Gut-Behrami (SUI/Super-G), Marta Bassino (ITA/Riesentorlauf) sowie Beat Feuz (SUI/Abfahrt) und Pinturault (Riesentorlauf).

Zum Auftakt der neuen Saison 2021/22 läuft es für die ÖSV-Männer gut. Christian Hirschbühl gewinnt das Parallelrennen in Lech/Zürs vor Dominik Raschner, Matthias Mayer die Abfahrt von Lake Louise vor Vincent Kriechmayr. Bilanz bis 21. Dezember: zwölf Stockerlplätze bei den Männern, drei bei den Frauen.

WAHL DES NEUEN ÖSV-PRÄSIDENTEN/PRÄSIDENTIN

15. Oktober: Roswitha Stadlober wird zur neue Präsidentin des Österreichischen Skiverbands gewählt, sie ist die erste Frau an der Spitze des ÖSV. Die Salzburgerin folgt auf Karl Schmidhofer, der nach nur 100 Tagen in Amt aus privaten Gründen überraschend zurücktritt. Auf Schmidhofer als Nachfolger von Peter Schröcksnadel einigen sich nach zähem Ringen die Landesverbands-Chefs, da man sich weder auf Michael Walchhofer noch Renate Götschl einigen kann. In dem von rauen Tönen geführten Wahlkampf hält sich auch Schröcksnadel mit Zurufen nicht zurück.

TENNIS/GRAND-SLAM-TURNIERE

Februar bis September: Daniil Medvedev verhindert den Kalender-Grand-Slam von Novak Djokovic. Der Russe gewinnt das Finale der US-Open gegen den Serben. Bei den Australian Open triumphierte Djokovic im Endspiel gegen Medvedev, bei den French Open gegen den Spanier Rafael Nadal und in Wimbledon gegen den Italiener Matteo Berrettini. Bei den Frauen gehen die prestigeträchtigen Titel der Reihe nach an die Japanerin Naomi Osaka, die Tschechin Barbora Krejcikova, die Australierin Ashleigh Barty und sensationell die 18-jährige Britin Emma Raducanu.

TENNIS/ATP-TURNIER WIEN/THIEM

31. Oktober: Der Sieger des mit 2,09 Millionen Euro dotierten Erste Bank Open in Wien heißt Alexander Zverev. Der 24-jährige Olympiasieger aus Deutschland setzt sich beim ATP-Tennisturnier in der Stadthalle gegen den US-Überraschungsmann Frances Tiafoe mit 7:5, 6:4 durch.

Nicht mit dabei ist Dominic Thiem. Er gibt Ende Juni in seinem Auftaktspiel beim ATP-Rasenturnier auf Mallorca auf und muss wegen einer Ablösung des hinteren Kapselapparates am rechten Handgelenk mehrere Woche eine Schiene tragen. Ein rasches Comeback scheint möglich, aber Mitte August sagt er für die US Open und die restliche Saison ab. Eine Operation bleibt Thiem erspart. Der Niederösterreicher steht auch wegen der Trennung von seinem Manager Herwig Straka und Physiotherapeut Alex Stober in den Schlagzeilen. Seine Äußerung, noch nicht gegen Covid-19 geimpft zu sein, wird zur politischem Debatte. Mittlerweile ist er geimpft, hat die Rückkehr ins Turniertennis aber mehrmals verschoben.

ÖSTERREICHS SPORTLER DES JAHRES

14. Oktober: Anna Kiesenhofer und Vincent Kriechmayr sind Österreichs "Sportlerin und Sportler des Jahres 2021". Die Olympiasiegerin von Tokio wird als erste Radsportlerin mit der NIKI genannten Trophäe prämiert, Doppelweltmeister Kriechmayr sorgt dafür, dass zum siebenten Mal in den vergangenen zehn Jahren in der Männer-Kategorie ein Skifahrer triumphiert. Als "Mannschaft des Jahres" wird im Wiener Konzerthauses zum vierten Mal in Serie Fußball-Champion Red Bull Salzburg geehrt. Langläuferin Carina Edlinger und Handbiker Walter Ablinger sind Sportlerin und Sportler des Jahres mit Behinderung. Ablinger ist im August/September mit einer Gold- und einer Bronzemedaille erfolgreichster Österreicher der Paralympics, gesamt werden in Tokio neun Medaillen errungen (eine Gold, fünf Silber, drei Bronze).

GOLF/MAJOR/EUROPEAN TOUR/RYDER CUP

April bis Juli: Die vier wichtigsten Golfturniere des Jahres bringen vier unterschiedliche Sieger. Das Masters in Augusta gewinnt als erster Japaner Hideki Matsuyama. Bei den PGA Championship in Kiawah Island in South Carolina schreibt Phil Mickelson Geschichte, der 50-jährige Kalifornier wird der älteste Sieger bei einem Major. Bei den US Open in San Diego setzt sich der Spanier Jon Rahm durch. Der US-Amerikaner Collin Morikawa triumphiert bei den British Golf Open in Sandwich.

Bernd Wiesberger erringt nach zwei Jahren wieder einen Sieg auf der Europa-Tour. Der Burgenländer verteidigt seinen Titel in Farsö in Dänemark erfolgreich und darf zum achten Mal einen Pokal auf der kontinentalen Tour in die Höhe stemmen. Bei seinem historischen Ryder-Cup-Debüt unterliegt Wiesberger in Kohler (Wisconsin) mit Europa der USA 9:19.

RADSPORT/RUNDFAHRTEN

Mai bis September: Der 24-jährige Kolumbianer Egan Barnal (Ineos) sichert sich den Sieg beim 104. Giro d'Italia. Überlegener Gewinner der 108. Tour de France wird der Slowene Tadej Pogacar (UAE Emirates). In Frankreich feiert Bora-Profi Patrick Konrad als erst dritter Österreicher einen Etappensieg und wird zudem einmal Zweiter. Der Slowene Primoz Roglic (Jumbo) entscheidet zum dritten Mal in Serie die Spanien-Radrundfahrt Vuelta für sich.

US SPORT/NHL/NBA/NFL

Jänner bis Juli: Die Tampa Bay Lightning gewinnen den Stanley Cup und verteidigen damit ihren Titel in der National Hockey League (NHL). In der Finalserie werden die Montreal Canadiens besiegt. Michael Raffl unterliegt mit den Washington Capitals in der ersten Play-off-Runde den Boston Bruins, er wechselt zu den Dallas Stars. Die Milwaukee Bucks krönen sich zum zweiten Mal zum Champion der National Basketball Association (NBA), in der Finalserie ist man den Phoenix Suns überlegen. Für Jakob Pöltl und die San Antonio Spurs kommt bereits im ersten Play-in-Spiel gegen die Memphis Grizzlies das Saison-Aus. Superstar-Quarterback Tom Brady führt die Tampa Bay Buccaneers zum Triumph in der 55. Super Bowl. Das Team aus Florida setzt sich im Finale der National Football League (NFL) überlegen mit 31:9 gegen die Kansas City Chiefs durch.

EISHOCKEY/WM/RIGA/OLYMPIA-QUALIFIKATION

Mai/Juni: Rekordchampion Kanada krönt sich zum 27. Mal zum Eishockey-Weltmeister. Die Nordamerikaner besiegen in Riga im Finale Titelverteidiger Finnland 3:2 nach Verlängerung.

Österreichs Nationalteams verpassen die Teilnahme an den Olympischen Spiele in Peking. Die Männer verlieren beim Qualifikationsturnier in Bratislava gegen Slowakei und Belarus, der Sieg gegen Polen bringt nichts mehr. Die Frauen schlagen sich in Füssen beachtlich, nach einem Sieg gegen Deutschland und einer Niederlage gegen Dänemark ist ein 6:1 gegen Italien aber zu wenig.

EISKANAL/RODELN/BOB/SKELETON/WM/EM/WELTCUP

Jänner bis Dezember: Äußerst erfolgreich verlaufen die Weltmeisterschaften der Kunstbahnrodler in Königssee mit vier Medaillen für Österreich. Madeleine Egle, David Gleirscher und die Doppelsitzer Thomas Steu/Lorenz Koller gewinnen überraschend die Team-Staffel vor Deutschland. Nico Gleirscher krönt sich zum Sprint-Weltmeister, David Gleirscher gewinnt jeweils Bronze im Sprint- und Einsitzerbewerb. Steu/Koller küren sich zudem zu den Doppelsitzer-Gesamtweltcupsiegern. Am 21. November gewinnt Madeleine Egle das Testrennen für die Winterspiele 2022 im neuen Eiskanal in Yanqing, es ist ihr erster Erfolg im Weltcup und der erste einer Österreicherin seit 1997. Erfolgreich geht die laufende Saison weiter. Egle verbucht zwei weitere Siege, Steu/Koller setzen sich zweimal durch, ebenso Wolfgang Kindl.

Der Tiroler Bobfahrer Benjamin Maier holt in Altenberg mit seinem Team, bestehend aus Danut Ion Molovan, Markus Sammer und Kristian Huber, die Silbermedaille im Vierer. Es ist Österreichs erste WM-Medaille seit 1995. In Winterberg gibt es für die Gesamtweltcupsiegerinnen Katrin Beierl/Jennifer Onasanya und Maier/Sammer im Zweierbob jeweils EM-Bronze. Die Tirolerin Janine Flock gewinnt zum insgesamt zweiten Mal nach 2015 den Gesamtweltcup, den Erfolg fixiert die EM-Bronzemedaillengewinnerin als Zweite beim Heim-Rennen in Innsbruck-Igls.

SCHWIMMEN/WM/ABU DHABI/EM/KASAN

November/Dezember: Der Niederösterreicher Felix Auböck wird mit österreichischem Rekord in Abi Dhabi Weltmeister auf der Kurzbahn über 400 m Kraul. Vor dem 24-Jährigen holte nur mit Markus Rogan am 13. April 2008 über 200 m Rücken ein Österreicher einen WM-Titel geholt. Österreich bilanziert bei den Kurzbahn-EM in Kasan mit zwei Medaillen. Die Burgenländerin Lena Grabowski sichert sich Bronze über 200 m Rücken, der Tiroler Bernhard Reitshammer Bronze über 100 m Lagen. OSV-Erfolge lagen auch da lange zurück: Zuletzt hatte Markus Rogan im Dezember 2011 mit Silber über 200 m Lagen in Szczecin bei einer Kurzbahn-EM eine Medaille geholt.

HANDBALL/WM/EM

März bis Dezember: Österreichs durch zahlreiche Coronafälle geschwächte Handball-Nationalmannschaft der Frauen gewinnt bei der WM in Torrevieja zwei Spiele und landet auf dem 16. Platz. Der Titel geht an Norwegen. Die Männer qualifizieren sich für die Europameisterschaft im Jänner 2022 in Ungarn und in der Slowakei. Es wird die Teilnahme am neunten Männer-Großereignis seit 2010, Gruppengegner sind Deutschland, Weißrussland und Polen. (APA/red.)

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