MotoGP World Championship

Tech-3-Boss Poncharal: „Mag keine Leute, die alles besser wissen“

2. März 2021

Foto: (C) KTM

Mit Danilo Petrucci stieß ein Fahrer zu Tech-3, der das Gefühl eines MotoGP-Sieges bereits auskosten durfte. Aber wie wird er mit der KTM zurecht kommen?

Mit Danilo Petrucci stößt zum ersten Mal seit der Saison 2012 ein Fahrer zum Tech-3-Team, der bereits MotoGP-Rennen gewonnen hat. Damals war das Andrea Dovizioso. Seither setzte die französische Mannschaft auf neue, junge Talente. Petrucci ist 30 Jahre alt.

Der Italiener bringt viel Erfahrung in die KTM-Familie. „Danilo muss die KTM erst ausprobieren", sagt Tech-3-Teamchef Herve Poncharal. „Wir müssen noch warten, wie er sich mit unserem Motorrad fühlt. Das ist noch ein Fragezeichen."

„Er hat aber großes Potenzial und ich glaube, dass er bald schnell sein wird. Ich mag bescheidene Leute. Ich mag keine Leute, die alles besser wissen. Danilo ist ein toller Charakter mit Leidenschaft und Freude. Er ist für eine neue Herausforderung bereit."

Zweiter Tech-3-Fahrer ist weiterhin Iker Lecuona, der vor seiner zweiten Saison steht. Zwei neunte Plätze waren im Vorjahr seine besten Ergebnisse. Die letzten drei Rennen musste der Spanier wegen eines positiven Corona-Tests auslassen.

„Iker sollte sich weiterentwickeln", sagt Poncharal über den 21-Jährigen. „Ich glaube, wir können auch mit ihm Ambitionen haben. Mit Iker habe ich einen jungen, spanischen Löwen, der ebenfalls zeigen möchte was er kann."

„Wir fangen wieder bei null an. Ich glaube, dass alle Teams die gleichen Chancen haben. Wir haben in uns die Leidenschaft und das Feuer. Wir müssen angreifen und in einer guten Atmosphäre arbeiten. Ich möchte Danilo das Gefühl geben, dass er hier erwünscht ist und volle Unterstützung erhält."

„Es ist sehr wichtig, dass man als Gruppe, als Familie zusammenarbeitet", betont Poncharal. „Man spricht immer über die Fahrer, die unsere Helden sind. Hinter den Fahrern steht aber eine große Gruppe. Diese Gruppe muss eine Einheit sein. Ich glaube, Danilo hat das schon gespürt."

Verträge: Beide Fahrer haben Option auf 2022

Da Tech 3 im vergangenen Jahr zwei Rennen gewonnen hat, glaubt der Franzose, dass Druck vom Team abgefallen ist. Man hat bewiesen, dass man erfolgreich sein kann und auch für Partner KTM eine Bereicherung und große Hilfe ist.

Petrucci und Lecuona müssen sich dennoch beweisen, denn sie haben einen Vertrag für 2021 mit einer Option für 2022. In der Moto2-Klasse gehen in diesem Jahr Remy Gardner und Raul Fernandez für das KTM-Partnerteam von Aki Ajo an den Start.

Speziell Remy Gardner will sich für die MotoGP empfehlen und in die Fußstapfen seines Vaters Wayne Gardner treten. Im Jahr 1987 gewann Wayne Gardner als erster Australier den WM-Titel in der 500er-Klasse.

„Beide Fahrer haben einen 1+1 Vertrag", bestätigt Poncharal. „Das wissen sie. Alle sind mit dieser Situation zufrieden. Ungefähr um Mugello und Barcelona herum fängt man an, über die nächste Saison nachzudenken. Die ersten fünf, sechs Rennen werden sehr wichtig, um 2022 vorzubereiten."

„Unsere Position lautet, dass wir versuchen wollen, immer mit den gleichen Leuten weiterzuarbeiten. Ein Fahrer hat uns verlassen, aber das war seine Entscheidung. Brad Binder und Miguel Oliveira sind schon ewig mit KTM verbunden. Mir gefällt an KTM, dass sie den Fokus auf Stabilität legen."

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