Tennis: Thiem scheitert in Rio überraschend an Nobody

23. Feb. 2020

MELBOURNE,AUSTRALIA,27.JAN.20 – TENNIS – ATP World Tour, Grand Slam, Australian Open Image shows Dominic Thiem (AUT). Photo: GEPA pictures/ Matthias Hauer

Dominic Thiem muss beim ATP-Turnier in Rio vorzeitig die Koffer packen - auch eine Regen-Unterbrechung kann Österreichs Top-Star im Match gegen einen Qualifikanten nicht helfen.

Aus dem erhofften zweiten Titel an der Copacabana nach 2017 ist für Dominic Thiem nichts geworden. Im ersten Turnier nach seinem tollen Lauf ins Finale der Australian Open verlor Thiem schon im Viertelfinale des ATP-500-Turniers in Rio de Janeiro. Der 26-jährige Top-Favorit unterlag dem nur auf Platz 128 geführten italienischen Qualifikanten Gianluca Mager am Samstag mit 6:7(4) und 5:7.

Am Vortag war das Match wegen strömenden Regens bei 6:7, 1:2 und 15:15 sowie Aufschlag Mager abgebrochen worden. In der Fortsetzung vermochte Thiem die Partie aber nicht mehr zu drehen. Wie schon in den Runden zuvor präsentierte sich der Weltranglisten-Vierte keineswegs in Top-Form, während Mager auch am Samstag unbekümmert weiterspielte.

Thiem-Gegner geht äußerst aggressiv zu Werke

Der Mann aus San Remo war schon am Freitag mit aggressiver Spielweise zu Werke gegangen. Im ersten Satz gelangen dem 25-jährigen Mager mit 19 Winnern gleich zehn mehr als seinem prominenten Gegner. Zwar fabrizierte Mager mit teils risikoreichem Spiel auch 19 unerzwungene Fehler, doch das konnte der Weltranglisten-Vierte aus Lichtenwörth nicht ausreichend nutzen. Nachdem Thiem drei Breakchancen ausgelassen hatte, verwertete Mager seine zweite Möglichkeit zu Null zum 3:1. Zwar schaffte Thiem noch ein Rebreak zum 3:4, im zu passiv geführten Tiebreak holte Mager nach 65 Minuten aber die Satzführung.

Bei bereits starkem Regen setzte der Außenseiter als Rückschläger zu einer 2:1-Führung nach, zwei weitere Punkte später wurde am Freitag abgebrochen. In der Fortsetzung am Samstag gelang Thiem die Wende diesmal nicht mehr. Wer mit Nervosität bei Mager ob seiner Chance gerechnet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Auch die erhoffte Steigerung bei Thiem blieb aus. Mit Mühe verhinderte er bei 2:4 ein neuerliches Break zum 2:5. Als ihm im letzten Moment bei 4:5 dann doch noch das Rebreak zum 5:5 gelang, schöpften Thiem-Fans noch einmal Hoffnung.

Österreichs Nummer eins steht völlig neben sich

Doch der Niederösterreicher war alles andere als er selbst. Was unter anderem auch der Punkt zum 15:30 zeigte, als ihm nach dem Aufschlag der Schläger aus der Hand fiel und Mager den Ball nur noch ins Feld spielen musste. Nach dem erneuten Service-Verlust servierte Mager mit seinem vierten Ass nach 1:55 Stunden zu seinem mit Abstand größten Sieg aus. Als Lohn wird er am Montag erstmals unter den Top 100 der Welt geführt.

Für Thiem geht es nun zu einem Vorbereitungs-Block nach Los Angeles, nachdem er den Heim-Davis-Cup in Premstätten Anfang März bekanntlich auslässt. Seine nächsten Turniere stehen dann im März bei den Masters-1000-Events in Indian Wells, wo er Titelverteidiger ist, und in Miami an. Der am Samstag mit einem Sieg über Mager möglich gewesene Aufstieg zur Nummer 3 der Welt wird nun erst am 2. März passieren.