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MotoGP World Championship

Track-Limits: Warum gibt es eine Toleranz?

2. Okt. 2020
Die Track-Limits werden über Kameras mit Spezialsoftware überwacht

Foto: Motorsport Images

Mike Webb klärt auf, warum es beim Missachten der Track-Limits nicht sofort eine Strafe gibt: Er befürchtet ein Chaos, das die Rennen zerstören könnte.

Über die Einhaltung der Track-Limits wird auf einigen Strecken diskutiert. Fährt ein Fahrer im Training oder Qualifying neben die Strecke, wird diese Rundenzeit gestrichen. Im Rennen gibt es nach drei Vergehen eine Verwarnung und beim fünften Vergehen eine Strafe in Form der Long-Lap-Penalty.

Geschieht das Vergehen in der letzten Rennrunde, dann muss eine Position abgegeben werden. Doch warum gibt es überhaupt so eine Toleranz, dass es im Rennen erst nach drei Vergehen eine Verwarnung gibt?

Renndirektor Mike Webb sagt dazu: "Wir diskutieren das auch mit der Sicherheitskommission, die hauptsächlich aus den MotoGP-Fahrern besteht. Und wir sprechen über eine Null-Toleranz-Politik, die immer dann zur Sprache kommt, wenn sich die Position sofort ändert oder eine Strafe verhängt wird."

Klare Meinung

"Ich persönlich bin nicht dafür", hat Webb eine klare Meinung gegen die Null-Toleranz-Politik. "Ich glaube, es würde die Rennen zerstören. Wir hätten viel schlimmere Rennen, wenn wir so etwas anwenden würden. Es muss eine Art von Toleranz geben."

Denn Webb befürchtet, dass es ohne Toleranz ein Strafen-Chaos geben und das Rennen damit zerstört werden würde. "Ich persönlich halte Null-Toleranz-Ansätze für nicht praktikabel. Wir hätten fast keine Rennen."

"Und die einzige Möglichkeit, wieder zu so etwas zurückzukehren, ist, tatsächlich neben der Strecke Gras zu haben." Aber das wurde in vielen Kurven aus Sicherheitsgründen entfernt, womit es die Möglichkeit gibt, über den Randstein hinauszufahren.

Track-Limits: Derzeit der beste Kompromiss

Deswegen findet Webb, dass der derzeitige Ansatz im Reglement zu dewn Track-Limits der beste Kompromiss bezüglich Strafen ist: "Ich bin ziemlich zufrieden damit, wo wir jetzt stehen. Es geht darum, ob wir die Fahrer darauf trainieren, zu verstehen, dass sie einige Fehler machen und damit durchkommen können."

"Das ist ein vernünftiger Punkt, den wir immer im Auge behalten. Und wir sind zufrieden damit, auf Situationen zu reagieren. In der MotoE sind die Rennen zum Beispiel so kurz, dass es dort ein anderes Kriterium gibt, wie viele Fehler sie machen dürfen."

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