Uli Köhler: „Im Fußball ist nur mehr wenig Platz für unangepasste Typen”

28. Juni
Der Hinteregger-Rücktritt, Fußball-Transfers und die „Beweg dich schlau Championship" - das waren die Themen des aktuellen Sport-Talks.

Das ehemalige Ski-Idol Felix Neureuther zeigt sich von den Geldsummen, die im internationalen Fußball im Umlauf sind, entsetzt und will nach dem Erfolg der „Beweg Dich schlau Championship“ seine Initiative zur Bewegung von Kindern fortsetzen. Und Florian Klein und Peter Hackmair gehen dem überraschenden Rücktritt von Martin Hinteregger auf den Grund. Das waren die wichtigsten Aussagen von „Sport und Talk aus dem Hangar-7“:

Fußball: Der Hinteregger-Rücktritt

„Diejenigen, die nicht stromlinienförmig sind, sind auch diejenigen, die polarisieren. Wenn er dann noch gut spielt und trotzdem diese Videos auftauchen, in denen er alle Fünfe gerade sein lässt, fühlt auch der Fan mit.“
Uli Köhler steht auf Charaktere wie Martin Hinteregger.

„Er hat ziemlich bald gemerkt, dass die Art und Weise, wie er tickt, bei den Fans gut ankommt. Er war immer anders und hat nicht wirklich in diese Fußballszene gepasst.“
Florian Klein kennt Martin Hinteregger seit der gemeinsamen Salzburg-Zeit.

„Ich glaube, dass es ein sehr wohlüberlegter Schritt war, der vielleicht über Jahre passiert ist. Er hat letzten Herbst schon öffentlich gemacht, dass er mit Angstzuständen und anderen Dingen zu kämpfen hatte. Nur für uns wirkt es wie eine Kurzschlussreaktion.“
Peter Hackmair vermutet keine Spontanaktion hinter Martin Hintereggers Rücktritt.

„Im Fußball ist nur mehr sehr wenig Platz für unangepasste Typen. In den Jugendleistungszentren kommt einer wie Martin Hinteregger heute gar nicht mehr durch. Dadurch gehen viele Talente verloren.“
Uli Köhler sieht heutzutage nur noch geradlinige Fußballer.

„Physisch ist er jetzt kein Profi mehr. Emotional ist es aber ein Prozess von Monaten, wenn nicht Jahren. Und es wird in ihm wieder kommen. Er ist ein zielstrebiger Mensch, sonst wäre er nicht dort gelandet. Bei allen Scheinfehlern, hat er zu 90 Prozent performt.“
Peter Hackmair über den neuen Lebensabschnitt nach einer Profikarriere.

Servus, Hinti: Martin Hinteregger beendet seine Karriere

Fußball - transfer-hammer

„Ich finde das, was Robert Lewandowski macht, unterirdisch. Und seine Argumentation ist noch eine Stufe drunter. Er ist derjenige, der dem Verein die Wertschätzung zollen muss. Bei keinem anderen Verein wäre er zum Weltfußballer geworden.“
Uli Köhler ist von Robert Lewandowskis öffentlichen Äußerungen angewidert.

„Die Wertschätzung eines Fußballspielers wird heute am Gehalt gemessen. Es geht doch eigentlich um so viel mehr im Sport, und nicht, ob ich 24 Millionen im Jahr verdiene oder 26 Millionen. Wo sind wir hingekommen?“
Felix Neureuther nervt die Diskussion um Wertschätzung.

„Die Burschen haben einmal aus irgendeinem Grund mit dem Sport angefangen. Ich muss mich doch darauf besinnen, dass ich diesen Sport liebe. So etwas existiert nicht mehr.“
Felix Neureuther über den Grund, warum sich Kinder für eine Sportart entscheiden.

„Die gesamte DNA des FC Bayern ist im Umbruch. Der FC Bayern war immer der etwas andere Klub – zwar auch Kommerz, man hatte aber das Gefühl, dass es nicht nur ums Geld geht.“
Uli Köhler macht eine Zeitenwende beim FC Bayern aus.

„Fußball ist so ein schöner Mannschaftssport. Es geht aber meistens darum, wer der beste Fußballer ist. Ronaldo, Messi, Lewandowski? Wer gewinnt den Ballon d’Or?“ Für mich ist das völlig uninteressant. Es ist ein Mannschaftssport, bei dem so viel zusammenpassen muss.“
Florian Klein schätzt den Teamgedanken beim Fußball.

beweg dich schlau championship

„Abgesehen von Corona, das eine Katastrophe war, schreitet die Digitalisierung voran. Die Kinder verbringen mehr Zeit vor de viereckigen Kastl als rauszugehen. Und die Eltern verbringen immer weniger Zeit mit den Kindern, weil beide berufstätig sein müssen, um sich das Leben überhaupt leisten zu können.“
Felix Neureuther über die Ursachen des Bewegungsmangels.

„Unser Schulsystem ist komplett veraltet. Da steht Bewegung nicht an erster Stelle, sondern irgendwo. Unsere Kinder werden zur Bewegungslosigkeit animiert, weil wir in der Schule sechs, sieben Stunden auf einem Stuhl sitzen. Das fängt im Kindergarten schon an.“
Felix Neureuther richtet einen Appell an die Regierungsverantwortlichen.

„Das Problem an unserer Gesellschaft ist, dass die Professionalisierung der Kinder extrem früh stattfindet. So wie ich mit 16 trainiert habe, trainieren heute die Zehnjährigen.“
Felix Neureuther über immer früheren Ausscheidungsprozess im Sport.

„Es muss weitergehen. Traurig ist, dass man solche Initiativen braucht, damit etwas passiert. Normalerweise sollte es selbstverständlich sein.“
Felix Neureuther will die Initiative „Beweg Dich schlau“ fortsetzen.

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