Von Innsbruck nach Madrid: Nächster Coup für DTB-Asse?

30. Nov.

Foto: GEPA Pictures / Christian Walgram

Deutschlands Tennis-Auswahl will Revanche an Großbritannien nehmen und zum ersten Mal seit 14 Jahren wieder ins Halbfinale des Davis Cups einziehen.

Vor dem traumhaften Bergpanorama mit den schneebedeckten Stubaier Alpen schmiedeten Deutschlands Tennis-Asse die Pläne für ihren Gipfelsturm bei den Davis Cup Finals. Der Genuss sollte dabei im edlen Teamhotel nach dem starken Viertelfinal-Einzug aber natürlich nicht zu kurz kommen. "Wir haben einen sehr schönen Swimmingpool", erzählte Tim Pütz schmunzelnd, ehe ihn Kapitän Michael Kohlmann erinnerte, dass auch noch "ein bisschen" trainiert werden müsste.

Schließlich soll das Viertelfinale gegen Großbritannien am Dienstag (ab 16:00 Uhr LIVE bei ServusTV Deutschland, im Stream & in allen Apps) in Innsbruck nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu den ganz großen Matches in Madrid sein. "Wir haben eine Chance, ins Halbfinale einzuziehen. Das ist unser Ziel", sagte Kohlmann. Zuletzt war dem DTB-Team das vor 14 Jahren gelungen - und gegen die Briten ist die Motivation besonders groß.

Extra-Motivation für DTB-Asse

Auch vor zwei Jahren bei der Premiere des Davis-Cup-Finalturniers in Madrid gab es diese Begegnung im Viertelfinale. Jan-Lennard Struff & Co. rechneten sich damals große Chancen aus - doch am Ende siegte Großbritannien mit 2:0. "Ich will Revanche", betonte Kohlmann. Und auch Doppel-Spezialist Kevin Krawietz war schon "sehr, sehr heiß".

Dennoch schob Kohlmann den Briten die Favoritenrolle zu, sein Team sei von der Papierform her "ein bisschen der Außenseiter". Klar verfügt der Gegner im Weltranglisten-Zwölften Cameron Norrie, der erst im letzten Monat überraschend das Masters-Turnier in Indian Wells gewann, und Daniel Evans (ATP-25.) auf dem Papier über die stärkeren Einzelspieler. Und in Abwesenheit von Olympiasieger Alexander Zverev hat Deutschland keinen Spieler aus den Top 50 der Weltrangliste.

Doch das spiele im Davis Cup eine untergeordnete Rolle, erklärte Kohlmann. "Es geht nicht so sehr um Ranglisten-Positionen. Sondern es geht darum, in den entscheidenden Momenten seine Leistung abzurufen", sagte der 47-Jährige. Wohl wissend, dass er mit dem bärenstarken Doppel Krawietz/Pütz ein zusätzliches Ass im Ärmel hat, das schon zweimal stach.

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Teamgeist Deutschlands größter Trumpf

"Wir müssen unsere Leistung in bestem Maße bringen. Dann haben wir auch eine Chance", glaubt der Teamchef. Und dass sein Team mit der Rolle als Außenseiter gut umgehen kann, bewies es schon in der Gruppenphase beim Überraschungs-Erfolg gegen Serbien um Top-Star Novak Djokovic.

Der Trumpf lautet Teamgeist. Struff, Dominik Koepfer, Krawietz und Pütz verstanden sich schon in der "Tennis-WG" bei den Olympischen Spielen in Tokio blendend. Und auch in Innsbruck mit Davis-Cup-Rückkehrer Peter Gojowczyk verweisen die Spieler immer wieder auf die ausgezeichnete Stimmung. Damit erklärte Kohlmann auch, dass seine Mannschaft den überraschenden 0:1-Rückstand gegen Österreich am Sonntagabend souverän umbog.

"Wir stehen als Team zusammen, egal ob es gut oder schlecht läuft", sagte er. "Das macht mich sehr stolz." Für das Viertelfinale sei er deshalb auch "guter Dinge. Wir sind in einer guten Position, denn wir haben nichts zu verlieren."

Und so gut es den deutschen Profis auch im Winter-Wunderland Tirol gefällt: Ihre Davis-Cup-Reise soll erst in Madrid enden, wo neben den Halbfinals auch das Finale stattfindet. "Dieses Ziel", erklärte Kohlmann, "ist immer noch da." (SID/red.)

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