2022 mit acht Bikes im Feld: Vor- oder Nachteil für Ducati?

16. Juli

Foto: Motorsport Images

Nächstes Jahr wird die MotoGP-Startaufstellung zu einem Drittel aus Desmosedici bestehen: Johann Zarco und Jorge Martin blicken voraus, was das für Teams und Piloten bedeutet.

Der italienische Hersteller Ducati wird in der kommenden MotoGP-Saison ein Drittel des gesamtem Feldes ausrüsten. Gleich acht der dann 24 Bikes werden Desmosedici sein. In der laufenden Saison 2021 sind es immerhin schon sechs aus 22.

Zwar verschwindet das Ducati-Kundenteam Esponsorama Racing (vormals Avintia Racing) 2022 von der Bildfläche. Dafür aber kommen die Teams Gresini und VR46 neu dazu. Beide Rennställe haben schon bestätigt, dass sie auf Ducati-Material setzen werden. Daneben fahren auch 2022 das Pramac- und natürlich das Ducati-Werksteam mit der Desmosedici.

"Scheinbar macht Ducati einiges richtig"

Wird das für Ducati mit dann acht von 24 Bikes im MotoGP-Feld ein Vor- oder eher ein Nachteil sein? "Acht Motorräder sind natürlich viel. Aber andererseits auch ein Zeichen, dass in der Fabrik einiges richtig gemacht wird", sagt Pramac-Pilot Johann Zarco, der als Zweiter der WM-Wertung 2021 derzeit punktbester Ducati-Pilot ist.

Auf dem Papier sollte es für Ducati ein Vorteil sein. Denn je mehr Rückmeldungen es gibt, desto mehr Informationen fließen in die technische Weiterentwicklung mit ein. So sieht es auch Zarco, der in diesem Zusammenhang auch an die Konkurrenz denkt. "Wenn acht Ducatis bedeuten, dass wir das beste Bike im Feld haben können, wird das natürlich die anderen Hersteller unter Druck setzen."

Zarco warnt: Nicht den Fokus verlieren

"Ich hoffe einfach, dass es so kommen wird", meint Zarco. Gleichzeitig weiß der Pramac-Pilot aber auch um den möglichen Nachteil, wenn ein Hersteller (zu) viele Teams im Feld ausrüstet. "Wir müssen natürlich aufpassen, dass es nicht zu viele werden, und wir dann womöglich etwas den Fokus verlieren. Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht, dass Ducati diesen Fehler begehen wird."

Zarcos Pramac-Teamkollege Jorge Martin, der genau wie der Franzose für 2022 fest im Sattel sitzt, sieht es ähnlich. "Ich denke nicht, dass es ein Durcheinander geben wird. Letzten Endes wird man bei Ducati auf die Werkspiloten hören, weil sie diejenigen sind, die das Bike entwickeln und so die Richtung vorgeben", sagt Martin im Gespräch mit 'Motorsport.com Spanien'.

Martin: Werkspiloten sollten bevorzugt werden

"Bei Ducati weiß man ganz genau, woran man arbeiten und auf wen man hören muss", ist der diesjährige MotoGP-Rookie überzeugt. Und unterstreicht: "Die Werkspiloten sind diejenigen, die das Projekt führen müssen. Also sind sie auch diejenigen, denen mehr Beachtung geschenkt werden sollte."

Was Martin nicht direkt ausspricht, aber sicher im Hinterkopf hat: Neben Jack Miller und Francesco Bagnaia stehen auch Zarco und er selbst direkt beim Hersteller Ducati unter Vertrag. Und nicht etwa beim Team Pramac.

Den eigentlichen Vorteil, dass künftig noch mehr Fahrer eine Ducati pilotieren, sieht Martin aber weniger in puncto technischer Entwicklung als vielmehr in einem anderen Bereich. "Es wird vor allem hinsichtlich des Fahrens eine Hilfe sein. Da geht es eher darum, den eigenen Fahrstil zu verbessern. Wenn wir sehen, dass ein anderer Fahrer schneller ist und wir die Daten direkt vergleichen können."

Direkt zu:
Empfohlene Videos