Walkner im Interview: „Mit einem Podiumsplatz wäre ich super happy“

11. Jan. 2020

Matthias Walkner (AUT) of Red Bull KTM Factory Team seen at the Red Bull Energy Station of Rally Dakar 2020 Djeddah, Saudi Arabia on January 02, 2020.

Halbzeit bei der Rallye Dakar: Sechs von zwölf Etappen des Offroad-Abenteuers sind absolviert. Für Matthias Walker Anlass, im Exklusiv-Interview mit ServusTV.com eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Es war ein Auf und Ab für Matthias Walkner: Sechs beinharte Etappen bei der Rallye Dakar 2020 liegen hinter ihm. In der Gesamtwertung belegt der Salzburger aktuell Rang sechs, knapp 33 Minuten hinter Spitzenreiter Ricky Brabec. Verloren ist damit aber noch lange nichts – vielmehr liegt ein Podiumsplatz bei nur acht Minuten Rückstand in Reichweite. Und gerade auf den letzten beiden Teilstücken präsentierte sich der 33-Jährige bärenstark. Dennoch: Nach all den Strapazen kommt der Ruhetag am Samstag für Walkner genau zur rechten Zeit – und gibt ihm Gelegenheit, ServusTV.com exklusiv Rede und Antwort zu stehen.

Matthias, die ersten sechs von insgesamt zwölf Etappen der Dakar sind gefahren. Wie fällt Ihre Halbzeit-Bilanz aus?
Also bis jetzt passt es bis auf den dritten Tag ganz gut. Da habe ich mich gleich zwei Mal vertan, was wirklich ärgerlich ist - dadurch habe ich echt viel Zeit verloren. Aber ansonsten bin ich super zufrieden. Wenn die Tage so lang sind und man an sein persönliches Limit kommt, kann so etwas schon mal passieren. Und im Nachhinein kann ich daran eh nichts mehr ändern.

Was ist Ihr Ziel nach dem bisherigen Verlauf der Dakar, rechnen Sie sich noch Siegchancen aus?
Ganz ehrlich? Nein. Die habe ich mir auch von Beginn an nicht wirklich ausgerechnet. Ich bin einfach hier, um mein Bestes zu geben und alles aus mir rauszuholen. Wenn es am Ende für einen Podiumsplatz reicht, bin ich super happy. Und wenn nicht, dann geht die Welt auch nicht unter. Ich kann nicht mehr machen, als alles zu geben – und das habe ich bis jetzt zu 100 Prozent getan.


Schauplatz der Rallye ist heuer erstmals Saudi-Arabien. Was ist das Besondere an diesem Land?
Saudi-Arabien ist recht lässig. Es ist eine extrem abwechslungsreiche, facettenreiche und vielseitige Wüste. Das Fahren hier macht echt Spaß – aber es ist schon zach. Morgens kalt, tagsüber dann wärmer. Dazu geht immer der Wind, und es ist extrem trocken und staubig. Aber alles in allem passt es mir ganz gut.

Was ist für Sie bis jetzt charakteristisch für die diesjährige Dakar?
Die Stages sind sehr lang, und es wird nichts abgesagt. Es ist eine sehr zeitintensive Dakar mit extrem schwieriger Navigation. Besonders weil man das Roadbook erst in der Früh bekommt, das ist quasi eine doppelte Challenge. Dadurch kommt es noch mehr darauf an, dass man voll bei der Sache ist und aufpasst, was man tut. Und bis auf den schon erwähnten dritten Tag hat das bis jetzt ganz gut geklappt bei mir.

Gab es schon die eine oder andere brenzlige Situation, die Sie überstehen mussten?
(Lacht) Sogar viele brenzlige Situationen – aber die hat jeder. Wenn Du oft mit bis zu 170 km/h dahinfährst und dabei irgendwas übersiehst, geht es ganz schnell, dass Du dadurch aus dem Konzept gebracht wirst. Zum Glück bin ich bis jetzt nicht ernsthaft gestürzt. Gestern bin ich einmal ein bisschen umgefallen im Sand, was aber wirklich nicht weiter tragisch war. Die eine oder andere Schrecksekunde hatte ich schon zu überstehen, ja. Aber bis jetzt konnte ich das jedes Mal ganz gut retten…

Ohne Helfer im Hintergrund wäre ein Projekt wie die Dakar nicht denkbar. Wie wichtig ist für Sie Ihr Team bei all den Strapazen?
Extrem wichtig. Mittlerweile weiß jeder von uns beinahe instinktiv, was er zu tun hat. Meine beiden Toms, Tom Haider und Tom Huber (Persönlicher Assistent und Mechaniker, Anm. d. Red.), wissen immer ganz genau, was ich will oder brauche, und nehmen mir so viel wie möglich ab. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil mir das Zeit bringt, in der ich mich entspannen kann. Da sind wir echt perfekt eingespielt!

Interview: Katharina Untersberger/Oliver Kluth

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