Wird Bautista zur Gefahr für Razgatlioglu und Rea?

6. Apr.

Foto: (C) Ducati

Das Duell Razgatlioglu vs. Rea ist in der neuen Superbike-Saison einzementiert. Mit Alvaro Bautista kommt ein dritter Kandidat dazu, der wieder erstarkt ebenfalls ein Wort um Siege mitreden will.

Bei den Vorsaison-Tests der Superbike-WM deutete sich an, dass es in der Saison 2022 zu einem Dreikampf kommen wird. Weltmeister Toprak Razgatlioglu (Yamaha) und Ex-Champion Jonathan Rea (Kawasaki) rechnen fest mit Ducati-Rückkehrer Alvaro Bautista. Auch beim finalen Test in Aragon fuhr Bautista mit der Panigale V4R starke Rundenzeiten.

Am Ende landete Bautista auf Position drei . „Es war ein sehr positiver Testtag", kommentiert Bautista am Dienstagabend beim Treffen mit 'Motorsport-Total.com'. Nach zwei durchwachsenen Jahren mit Honda zählt Bautista auf der Ducati wieder zu den Favoriten. „Ich freue mich darauf, wieder um die Spitzenpositionen kämpfen zu können und nicht um die Top 6 oder Top 7", so der Spanier.

Mit Toprak Razgatlioglu und Jonathan Rea hat Alvaro Bautista zwei harte Gegner. „Beide sind sehr stark. Sie sind die stärksten Fahrer der Klasse", ist sich der Spanier bewusst. „Sie werden um den Sieg kämpfen. Wir sind vielleicht nicht ganz so schnell auf eine Runde, doch unser Renntempo ist nah dran. Man muss vorsichtig sein bei der Auswertung dieses Tests auf Grund der Temperaturen."

Andere Situation als in der WSBK-Saison 2019

„Tests sind Tests, Rennen sind Rennen", weiß Bautista. „Ich freue mich auf die Rennen und hoffe, dass ich vorne mit den anderen Spitzenfahrern kämpfen kann. Es ist anders als vor drei Jahren. Damals gab es nur Jonathan und mich. Am Ende der Saison war Chaz Davies dann auch ziemlich schnell mit der Ducati."

„Jetzt gibt es mehr Fahrer, die an der Spitze fahren können, wie Toprak und Jonathan. Wir sollten auch Gerloff nicht vergessen. Er hatte eine gute Vorsaison", analysiert Bautista. Im Vergleich zu seiner Debütsaison vor drei Jahren ist das Niveau deutlich angestiegen.

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Keine Lust auf Lackaustausch mit Toprak Razgatlioglu

Im Vorjahr sahen die Fans teilweise sehr harte Duelle von Razgatlioglu und Rea. Auf Ellbogenduelle hat Bautista aus gutem Grund keine Lust. „Ich weiß, dass ich 95 Prozent zu verlieren habe, wenn es zu einem Kampf Ellbogen gegen Ellbogen kommt", erklärt der Ducati-Pilot.

„Das liegt vor allem an meiner Größe", begründet Bautista. „Sie haben längere Arme und Beine als ich. Toprak ist sehr aggressiv. Ich habe eine andere Stärke, die ich nutzen möchte", schaut er auf den Topspeed seiner Ducati. "Beim direkten Duell kann ich mehr verlieren als gewinnen."

Knifflige Reifenwahl auf Grund der Temperaturen

Am bevorstehenden Wochenende werden die Reifen eine entscheidende Rolle spielen. Auf Grund der niedrigen Temperaturen beim Test fuhr Bautista am Montag nur mit dem klassischen Rennreifen (SC0). Der weiche Reifen (SCX) kam erst am Dienstag zum Einsatz, genau wie der neue Qualifying-Reifen (SCQ).

„Am Montag fuhren wir ausschließlich mit dem SC0-Reifen und am Dienstag konnten wir die anderen Optionen vergleichen. Ich bin happy, denn ich spürte einen Unterschied. Das Gefühl für das Motorrad wurde besser. Ich konnte mit weniger Anstrengung und weniger Risiko fahren als am Montag", vergleicht Bautista.

Ducati sucht vergeblich nach der Ursache des Sturzes am Montag

Am Montagabend kam Bautista mit der zweiten Maschine zu Sturz und war nach dem Abflug überzeugt, dass ein technischer Defekt den Sturz verursachte. Konnte Ducati den Grund für den Zwischenfall finden? „Sie fanden keinen Fehler. Es war seltsam. Das Motorrad machte einen leichten Wheelie. Dann schaltete ich nach oben und das Motorrad wurde extrem unruhig", schildert Bautista, der unverletzt blieb.

„Ich verwendete dieses Motorrad am Dienstag in der zweiten Session. Es gab kein Problem mit dem Motorrad. Ich war damit sogar schneller als mit dem ersten Motorrad (lacht; Anm. d. Red.)", scherzt der ehemalige MotoGP-Pilot.

Gespannt sein darf man, wie sich die Kräfteverhältnisse mit den höheren Temperaturen am Wochenende entwickeln. „Die Bedingungen werden am Wochenende anders sein. Deshalb müssen wir die gesammelten Daten mit Vorsicht behandeln. Was beim Test funktioniert hat, muss bei 20°C mehr Asphalttemperatur nicht auch automatisch funktionieren. Wir müssen sehr vorsichtig sein", warnt Bautista.

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