WRC: Sebastien Ogier gewinnt Kroatien-Krimi

26. Apr. 2021

Foto: (C) Jaanus Ree/Red Bull Content Pool

So knapp ging es in der WRC schon lange nicht mehr her. Sechs Zehntelsekunden entschieden über Sieg oder Niederlage. Lachender Sieger war Sebastien Ogier.

Die Premiere der Croatia Rally darf als mehr als gelungen abgehakt werden. Ab dem ersten Tag der Rallye waren alle Tipps auf den Sieg wahrscheinlich wieder zu vergessen.

Kalle Rovanperä kam als jüngster WM-Führender aller Zeiten nach Kroatien. Diese durfte er nach einem Abflug ins Grüne bereits am ersten Tag der Rallye abgeben. Er und sein Co-Pilot blieben unverletzt. Das Auto war allerdings nicht mehr fahrfähig.

An der gleichen Stelle, an der es Rovanperä rauswarf, zog sich Weltmeister Sebastien Ogier einen Reifenschaden zu. Er hatte Glück, kam damit noch ins Ziel. Der Tagessieg ging an den Belgier Thierry Neuville.

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Kroatien: Neuville führt

Ogier auf Verbindungsetappe in Unfall verwickelt

Der fünffache Vizeweltmeister Neuville musste am zweiten Tag gleich in der ersten Wertungsprüfung die Führung an Ogier abgeben. Er wurde nach Reifenproblemen zudem auf Platz drei durchgereicht. Den zweiten Platz nahm der Brite Elfyn Evans ein.

Ogier ließ sich am Samstag den Platz an der Sonne nicht mehr nehmen. Auch die erste Wertungsprüfung am finalen Sonntag blieb in der Hand des Franzosen. Dann gab es wieder Schrecksekunden für Ogier. Auf der Verbindungsetappe zu WM18 war er in einen Unfall verwickelt. Er kollidierte mit einem anderen Fahrzeug und beschädigte dabei die Beifahrertür.

Er und sein Co-Pilot Julien Ingrassia blieben unverletzt. Durch die Beschädigung musste Ingrassia allerdings mit einer Brille weiterfahren. Zu stark drang Staub in das Fahrzeug.

Die Wertungsprüfungen 18 und 19 gingen damit an Evans. Neuville kam von Platz drei nicht weg.

Powerstage: Eine der schwierigsten Prüfungen

Im großen Finale riskierte Neuville nochmal alles. Er wollte das Maximum an Zusatzpunkten in der Powerstage ausfassen. Das Vorhaben war vergebens. Nach einem Verbremser war klar: Platz 3 bleibt ihm erhalten.

In der WRC-Klasse fuhr Ogier mit einem tadellosen Run auf Platz ein. Es wartete allerdings noch Evans am Start. Während der Franzose nicht mehr mit einem Sieg rechnete, attackierte Evans. Am letzten WP-Kilometer passierte Evans ein Fehler, der im Zeit kostete. Am Ende kam er mit einem hauchdünnen Rückstand von sechs Zehntelsekunden ins Ziel. Ogier sicherte sich damit seinen 51. Rallye-Sieg.

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Die Entdeckung: Adrien Fourmaux

Sollte Ogier nach dieser Saison seine Karriere beenden, so brauchen sich die Franzosen nicht um Nachwuchs sorgen. Der 25-jährige Adrien Fourmaux lieferte ein starkes Debüt in der WRC.

Zuletzt, bei der Artic Rally Finland noch in einem WRC2-Auto, fuhr ohne nennenswerte Fehler als Fünfter ins Ziel. Zwei Mal vergab er sogar knapp den Sieg bei Wertungsprüfungen.

Die Österreicher im Feld? In der WRC3 landeten Johannes Keferböck/Ilka Minor auf Platz 7, Kevin Raith/Gerald Winter auf Platz 9. Ausgeschieden sind Hermann Neubauer und Niki Mayr-Melnhof.

Croatia Rally - Top 5

Sebastien Ogier (Toyota Yaris, 2:51:22.9)
Elfyn Evans (Toyota Yaris, +0,6)
Thierry Neuville /Hyundai i20, +8,1)
Ott Tänak (Hyundai i20, +1:25,1)
Adrien Fourmaux (Ford Fiesta WRC, +3:09,7)

WM-Stand nach 3 Rallyes - Top 5
1. Sebastien Ogier (Toyota Yaris, 61 Punkte)
2. Thierry Neuville (Hyundai i20, 53 Punkte)
3. Elfyn Evans (Toyota Yaris, 51 Punkte)
4. Ott Tänak (Hyundai i20, 40 Punkte)
5. Kalle Rovanperä (Toyota Yaris, 39 Punkte)

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