WSBK-Champion Rea: Darum findet er das Limit schneller als andere

6. Dez. 2020

Foto: Motorsport Images

Rekord-Weltmeister Jonathan Rea kann sich extrem schnell an eine neue Strecke anpassen. Warum das bei seinen WSBK-Rivalen offenbar nicht so ist, wundert den Nordiren.

Wenn die Piloten der Superbike-WM am Freitagvormittag ins erste Freie Training eines Renn-Wochenendes starten, lässt sich eine interessante Beobachtung machen. Betrachtet man die Zeiten der jeweils ersten fliegenden Runde, fällt auf, dass Weltmeister Jonathan Rea meist deutlich schneller ist als seine Gegner.

Reas schnelle Anpassungsfähigkeit an die Grip-Verhältnisse und an das Layout der jeweiligen Strecke wird auch dann deutlich, wenn es regnet oder sich die Bedingungen ändern. Gerade dann fährt Rea meist in einer eigenen Liga. Doch warum ist das so?

Rea: "Oft wundere ich mich selbst darüber"

"Ich weiß es nicht", kommentiert Rea dieses Phänomen lachend. Der sechsmalige Superbike-Champion erklärt: "Oft wundere ich mich selbst darüber. Aber nicht, weil ich so schnell bin. Sondern weil die anderen Fahrer mehr Zeit brauchen, um ihren Rhythmus zu finden."

Wenn Rea mit seiner Kawasaki auf die Strecke fährt, dauert es nicht lange, bis er ein Gefühl für das Limit entwickeln kann. "Nach ein paar Kurven verstehe ich, was der Kurs verlangt. Das ist manchmal aber auch ein Problem, weil die anderen Fahrer viel Raum für Verbesserungen haben. Während mich meine Mechaniker dann oft fragen, warum ich auf der Out-Lap schneller bin als in Runde drei oder vier", berichtet der Weltmeister.

Im Vergleich zu den meisten seiner Gegner hat Rea einen wohl entscheidenden Vorteil. Seit der Saison 2015 fährt der Nordire für den gleichen Hersteller, und sitzt zudem auf dem gleichen Motorrad. Die Kawasaki ZX-10RR wurde über die Jahre nur in Details verändert, während Ducati und Honda ihre Superbikes deutliche modifizierten. "Ich denke, es liegt an der Erfahrung. Ich blicke auf viele Jahre mit dem Team und mit dem Motorrad zurück", bestätigt Rea.