WSBK Misano: Ducati-Sieg im ersten Rennen, Drama um Toprak Razgatlioglu!

11. Juni

Foto: (c) Ducati

Ducati-Werkspilot Alvaro Bautista hat bei der Superbike-WM in Misano das erste Rennen gewonnen.

Bautista setzte sich gegen Rekord-Champion Jonathan Rea durch. Ducati-Werkspilot Michael Rinaldi erbte Platz drei, nachdem Toprak Razgatlioglu durch einen Defekt an seiner Yamaha R1 ausschied.

Alvaro Bautista startete von der Pole ins Rennen. Toprak Razgatlioglu und Jonathan Rea komplettieren die erste Startreihe. Philipp Öttl ging von Position 13 ins Samstags-Rennen. In der Superpole konnte Öttl keine freie Runde fahren und musste deshalb aus Reihe fünf ins Rennen starten.

Toprak Razgatlioglu erwischte den besten Start und bog als Führender in die erste Kurve. Bereits in der ersten Runde bekämpften sich Toprak Razgatlioglu, Alvaro Bautista und Jonathan Rea sehr aggressiv. Dahinter führte Michael Rinaldi die Verfolgergruppe an. Philipp Öttl kam als 14. aus der ersten Runde.

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Valentino Rossi stattet der Superbike-WM einen Besuch ab

MotoGP-Legende Valentino Rossi beobachte das Renngeschehen vom Versorgungsweg. Der neunmalige Weltmeister genoss das WSBK-Rennen mit Ducati-MotoGP-Werkspilot Francesco Bagnaia und Halbbruder Luca Marini.

Rossi sah vor allem in der ersten Rennhälfte einige spannende Manöver. Jonathan Rea startete zu Beginn der dritten Runde zwei erfolgreiche Attacken und übernahm die Führung. Das Tempo war nicht besonders hoch. Die Top 3 konnten sich noch nicht von den Verfolgern absetzen.

Alvaro Bautista erkannte, dass Jonathan Rea an der Spitze das Tempo anziehen will und zog an Toprak Razgatlioglu vorbei, um den Anschluss an den Spitzenreiter zu halten. Bautista studierte Reas Linien und entwickelte einen Plan, wie er das Rennen gewinnen kann.

Philipp Öttl stürzt bei der Aufholjagd

In Runde vier kam Philipp Öttl zu Sturz. Der Deutsche fuhr auf Position zwölf, als er im Kiesbett landete. Christophe Ponsson und Alessandro Delbianco waren ebenfalls zeitig aus dem Rennen. Ponsson musste ins Medical Center eingeliefert werden.

An der Spitze gab Jonathan Rea das Tempo vor, doch Alvaro Bautista befand sich in Schlagdistanz. Toprak Razgatlioglu hatte Mühe, dem Führungsduo zu folgen. Der Türke erhielt eine Streckenlimits-Warnung und musste aufpassen, keine Long-Lap-Penalty zu erhalten.

Die Top 3 hatten sich nach einem Drittel der Renndistanz deutlich vom Rest des Feldes abgesetzt. Ducati-Kundenpilot Axel Bassani führte die Verfolgergruppe an. Dahinter folgten die Werkspiloten Michael Rinaldi und Andrea Locatelli.

Alvaro Bautista übernimmt die Führung und macht einen Fehler

Alvaro Bautista war der schnellste Fahrer im Feld. In Runde neun startete der Spanier ein Manöver, doch Jonathan Rea konterte. Bautista verlor dadurch etwas Zeit, konnte die Lücke zu Rea aber binnen einer halben Runde wieder schließen. Toprak Razgatlioglu war nicht schnell genug, um ins Duell an der Spitze eingreifen zu können.

In Runde zwölf probierte es Alvaro Bautista erneut, doch Jonathan Rea konterte. Wenige Kurven später setzte sich Bautista in der schnellen Rechtskurve am Ende der Gegengeraden durch und hatte freie Sicht. Eine Runde später machte Bautista einen Fehler und kam von der Linie ab. Doch Rea war nicht nah genug dran, um die Situation zu nutzen.

Herber Rückschlag für Toprak Razgatlioglus WM-Hoffnungen

Wenig später rollte Toprak Razgatlioglu aus. Der Türke stellte seine Yamaha an der Bande ab. Offensichtlich gab es an der R1 einen technischen Defekt. Der Ausfall war für Razgatlioglu und Yamaha ein herber Rückschlag, denn der Titelverteidiger reiste bereits mit großem Rückstand in der WM nach Misano und verlor weitere Punkte auf Bautista und Rea.

Im finalen Renndrittel setzte sich Alvaro Bautista an der Spitze ab. Der WM-Leader fuhr neue schnellste Rennrunden in Serie. Jonathan Rea musste sich mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Durch den Ausfall rutschte Michael Rinaldi auf die dritte Position vor und befand sich auf Kurs zum ersten Podium der laufenden Saison.

Die Reihenfolge änderte sich nicht mehr. Bautista bescherte Ducati den Sieg im ersten Rennen und baute seine Führung in der Meisterschaft aus. Das Manöver in der schnellen Rechtskurve sicherte Bautista den Sieg.

Ducati-Sieg beim Heimrennen in Misano

"Ich habe in dieser Kurve viel riskiert, weil es schwierig ist, dort zu überholen", kommentiert Bautista. "Es gab nur ein paar Stellen, an denen ich Rea überholen konnte. Die Bedingungen waren schwierig. Es war ziemlich rutschig. Ich musste zu Beginn des Rennens verstehen, wo das Limit ist. Es war anders als am Vormittag. Deshalb blieb ich zu Beginn ruhig."

"Wir lieferten uns dennoch einige Duelle. Dann erkannte ich, dass Toprak am Kurveneingang Probleme bekommt. Ich hatte das Gefühl, schneller fahren zu können. Jonathan überholte uns beide. Dann wollte ich hinter ihm bleiben, weil er ein bisschen schneller war als Toprak", berichtet Bautista.

"Zur Halbzeit des Rennen spürte ich, dass ich schneller fahren kann. Ich wollte die Führung übernehmen und mein Tempo fahren. Ich bin froh, denn ich machte keinen Fehler", schildert der Sieger und freut sich über den Erfolg beim Ducati-Heimspiel: "Ich bin sehr froh, wieder für Ducati zu fahren und hier in Misano gewinnen zu können."

Jonathan Rea am Ende klar geschlagen

Jonathan Rea war mit Platz zwei nicht unzufrieden. Der Brite war sich bewusst, dass Ducati und Bautista etwas schneller waren. "Ich bin sehr zufrieden", kommentiert Rea. "Ich habe das Gefühl, dass wir unser Paket heute zu 100 Prozent nutzen konnten."

"Ich denke aber, dass wir ein paar Verbesserungen für morgen machen können. Ich erkannte hinter Alvaro, was er besser macht. Ich freue mich sehr über Platz zwei und gratuliere ihm und Ducati. Sie waren heute viel stärker als wir. Wir sind optimistisch, dass wir morgen kämpfen können."

Erstes Podium der Saison für Michael Rinaldi

Rinaldi stand in Misano zum ersten Mal in der laufenden Saison auf dem Podium. "Es war ein tolles Rennen für mich. Bisher war die Konstanz im Rennen unsere Schwäche", bemerkt der Italiener. "Doch Pirelli stellte uns hier sehr gute Reifen zur Verfügung."

"Leider konnte ich zu Beginn des Rennens nicht hart genug attackieren. Ohne Razgatlioglus Ausfall wären wir aber nur auf Position vier ins Ziel gekommen", ist sich Rinaldi bewusst. "Mein Rennen war aber gut. Ich bin zufrieden."

Axel Bassani scheiterte als Vierter nur knapp am Podium. Bassani war als Vierter bester Privatfahrer. Kawasaki-Werkspilot Alex Lowes beendete das Rennen auf der fünften Position. Andrea Locatelli war als Sechster bester Yamaha-Pilot.

Auf Position sieben folgte Xavi Vierge, der bestplatzierte Honda-Pilot. Garrett Gerloff wurde als Achter gewertet. Iker Lecuona beendete das Rennen auf der neunten Position.

BMW mit großem Rückstand

Scott Redding kam als Zehnter ins Ziel und war damit bester BMW-Pilot. Redding hatte 26,4 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Eugene Laverty wurde als 13. gewertet und hatte 41,7 Sekunden Rückstand. Loris Baz beendete das Rennen mit mehr als 45 Sekunden Rückstand auf Position 15. BMW-Ersatzpilot Ilya Mikhalchik ging als 18. leer aus, genau wie Ex-MotoGP-Pilot Tito Rabat, der 16. wurde.

Das Superpole-Rennen am Sonntag wird um 11:00 Uhr gestartet. Das zweite Hauptrennen beginnt um 15:15 Uhr.

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