WSBK-Saisonvorschau 2021: Hersteller, Fahrer und Teams in der Übersicht

20. Mai 2021

Foto: Kawasaki

Kawasaki peilt mit Jonathan Rea den siebenten Titel in Folge an. Ducati möchte im dritten Jahr mit der V4-Panigale nach der WSBK-Krone greifen. BMW mit Jonas Folger.

Die Superbike-WM startet am Wochenende in die neue Saison. Corona-bedingt beginnt die WSBK-Saison in diesem Jahr erst Ende Mai. Normalerweise starteten die Superbike-Piloten im Februar in Australien in die neue Saison. Doch die Pandemie brachte die Planungen auch in diesem Jahr durcheinander. Wir geben hier also einen Überblick, welche Fahrer und Hersteller 2021 als Favoriten in die Saison gehen.

Kawasaki:

Motorrad: Das Weltmeister-Team arbeitet 2021 mit einer neuen Version der Kawasaki ZX-10RR. Das neue Kawasaki-Superbike unterscheidet sich durch eine aggressivere Frontkanzel und einen stärkeren Motor von der Vorgängermaschine. Die neue Verkleidung soll dabei helfen, die Front beim Beschleunigen auf den Boden zu drücken. Der zusätzliche Anpressdruck soll zudem in schnellen Kurven für mehr Stabilität sorgen. Der überarbeitete Motor dreht höher und hat außerdem mehr Spitzenleistung. Dadurch möchte Kawasaki den Rückstand beim Top-Speed aufholen.

Sieben WSBK-Titel in Folge

Fahrer: Weltmeister Jonathan Rea steht vor seiner siebenten Saison mit Kawasaki und strebt gleichzeitig seinen siebenten WM-Titel in der WSBK in Folge an. Im Lager von Kawasaki ist Rea der Teamleader. Teamkollege Alex Lowes erlebte im Vorjahr jedoch einige Höhen und Tiefen und peilt konstantere Spitzenergebnisse an.

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Ducati:

Motorrad: Die Ducati Panigale V4R geht in ihre dritte Saison. Nach dem fulminanten Auftakt in der WSBK-Saison 2019 mit Seriensiegen von Alvaro Bautista suchte Ducati nach mehr Konstanz. Das Arbeitsfenster der V4-Maschine war in den vergangenen Jahren jedoch deutlich kleiner als das der Kawasaki ZX-10RR. Im Winter wurde erneut am Fahrwerk und an der Elektronik getüftelt, um die Panigale konstanter zu machen. Bei der Spitzenleistung ist Ducati weiterhin führend.

Fahrer: Scott Redding beendete seine WSBK-Debütsaison als Vize-Weltmeister und strebt 2021 den WM-Titel an. Im Winter machte Redding aber nicht mit Spitzenzeiten auf sich aufmerksam und gestand, dass er noch kein perfektes Gefühl für die 2021er-Spezifikation aufbauen konnte. Michael Ruben Rinaldi bringt frischen Wind ins Ducati-Werksteam. Der Italiener ersetzt Chaz Davies, der von 2013 bis 2020 für Ducati fuhr und ab 2021 im Kundenteam GoEleven eine Werksmaschine pilotiert.

Yamaha:

Motorrad: Die Yamaha R1 wurde für 2020 leicht überarbeitet. Die Grundkonstruktion stammt aber aus der Saison 2016. Das R1-Projekt ist mittlerweile jedoch ausgereizt. Bis auf wenige kosmetische Änderungen entspricht die 2021er-Version dem Modell aus dem Vorjahr. In der WSBK-Saison 2021 ist die Yamaha das einzige Superbike ohne Aero-Elemente, wie Winglets (Ducati, Honda und BMW) oder eine Kanzel mit integrierten Kanälen (Kawasaki). Aber auch bei der Spitzenleistung liegt Yamaha zurück. Die Stärke der R1 ist jedoch das gute Handling. Wenn Yamaha auch in den kommenden Jahren mithalten möchte, dann muss die R1 aber früher oder später aufgefrischt werden.

Debüt in der WSBK:

Fahrer: Toprak Razgatlioglu zeigte bereits im Vorjahr bei seiner Yamaha-Debütsaison starke Leistungen. Der Türke dürfte in diesem Jahr die Yamaha-Speerspitze sein, denn Teamkollege Andrea Locatelli steht vor seiner ersten Saison in der WSBK-WM. Er benötigt jedoch Zeit für den Wechsel von der 600er-Maschine zur R1. Im Auge behalten sollte man Garrett Gerloff, der wie im Vorjahr für GRT-Yamaha fährt, in diesem Jahr aber aktuelles Material bekommt.

Honda:

Motorrad: Im Vorjahr präsentierte Honda mit der CBR1000RR-R Fireblade die wohl radikalste Fireblade aller Zeiten. Im Vergleich zur Vorgängermaschine konnte Honda in Sachen Leistung einen großen Sprung machen und befand sich mit Alvaro Bautista auf Augenhöhe zu Ducati. Über den Winter kümmerte sich Honda um Detailverbesserungen. Damit sollte Honda in diesem Jahr deutlich konkurrenzfähiger sein als im Vorjahr.

Fahrer: Honda setzt weiterhin auf Alvaro Bautista und Leon Haslam. Damit verfügt HRC über eine Fahrerpaarung, die sehr viel Erfahrung mitbringt. Gleichzeitig zählen Bautista und Haslam jedoch zu den ältesten Fahrern im WSBK-Feld und müssen sich 2021 empfehlen, um auch in der kommenden Saison für das Werksteam der Japaner in Frage zu kommen.

BMW:

Motorrad: Nach zwei Lernjahren mit der S1000RR schickt BMW mit der M1000RR ein neues Superbike ins Rennen. Die M1000RR basiert auf der Maschine der beiden vergangenen Jahre, verfügt beim Motor, Chassis und der Aerodynamik aber über deutlich mehr Potenzial. Leichtere Motorinnereien helfen dabei, die Drehzahl und die Leistung zu erhöhen. Außerdem gibt es an einem BMW-Superbike erstmals Winglets.

Fahrer: Tom Sykes steht vor seiner dritten Saison bei BMW und bekommt seinen dritten Teamkollegen in drei Jahren. Michael van der Mark wechselte nach vielen WSBK-Jahren bei Yamaha zu BMW und ersetzt Eugene Laverty, der 2021 für das BMW-Satelliten-Team RC Squadra Corse antritt. Der Deutsche Jonas Folger rundet das BMW-Fahreraufgebot ab.

WSBK: Drehzahllimits der Motorräder beim Saisonstart

  • Aprilia: 14.700 Umdrehungen pro Minute
  • BMW: 14.950, BMW 2019 (K67): 14.900
  • BMW 2021 (M) (K66): 15.500
  • Ducati V2: 12.400
  • Ducati V4: 16.100
  • Honda (SC77): 15.050
  • Honda (SC82): 15.600
  • Kawasaki 2019: 14.600
  • Kawasaki (RR) 2021: 14.600
  • MV Agusta: 14.950
  • Suzuki: 14.900
  • Yamaha: 14.950

Der WSBK-Kalender 2021:

  • 21. - 23. Mai: Aragon (Spanien)
  • 28. - 30. Mai: Estoril (Portugal)
  • 11. - 13. Juni: Misano (Italien)
  • 2. - 4. Juli: Donington (Großbritannien)
  • 23. - 25. Juli: Assen (Niederlande)
  • 6. - 8. August: Most (Tschechien)
  • 20. - 22. August: Navarra (Spanien)
  • 3. - 5. September: Magny-Cours (Frankreich)
  • 17. - 19. September: Barcelona (Spanien)
  • 24. - 26. September: Jerez (Spanien)
  • 1. - 3. Oktober: Portimao (Portugal)
  • 15. - 17. Oktober: San Juan (Argentinien)
  • 12. - 14. November: Mandalika (Indonesien)
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