ATP Tour

Zverev holt sich in Madrid 15. ATP-Titel seiner Karriere

10. Mai 2021

Foto: GEPA pictures/ Panoramic/ Antoine Couvercelle

Erst Rafael Nadal, dann auch noch Dominic Thiem: Alexander Zverev hat mit seinen beiden Siegen gegen die Sandplatz-Größen ein Achtungszeichen gesetzt.

Alexander Zverev stürzte erst den König, dann den Kronprinzen - und am Ende einer furiosen Woche bestieg Deutschlands Top-Spieler beim Masters in Madrid erneut den Thron. Nachdem der Hamburger auf dem Weg ins Endspiel zunächst Rafael Nadal und dann auch seinem Kumpel Dominic Thiem keine Chance gelassen hatte, sicherte er sich durch das schwer erkämpfte 6:7 (8:10), 6:4, 6:3 gegen den Italiener Matteo Berrettini seinen insgesamt vierten Masters-Titel. 

"Es sind drei Jahre vergangen seit meinem letzten Masters-Sieg. Das ist ein unglaubliches Gefühl jetzt gerade. Es ist großartig, definitiv ein spezieller Erfolg", sagte der deutsche Spitzenspieler. Schon in den kommenden Tagen steht Alexander Zverev beim Masters im Rom wieder auf dem Court. "Die Bedingungen dort sind etwas anders. Ich hoffe, dass ich dort dasselbe Tennis zeigen kann", sagte er.

Zverev verwandelte am Sonntagabend nach umkämpften 2:40 Stunden auf dem Centre Court der "Caja Magica" seinen zweiten Matchball. Drei Wochen vor den French Open Ende Mai befindet sich der 24-Jährige in einer bestechenden Form. Gegen Berrettini zeigte er eine insgesamt reife Leistung, auch Rückschläge warfen ihn nicht aus der Bahn.

Zverev: "Er hat das Spiel dominiert"

"Er hat das Spiel dominiert, ich musste mehr reagieren. Es war in dieser Hinsicht nicht einfach", sagte Zverev, der keine "extreme" Party angekündigte. "Es war ein komplett anderes Match als gegen Rafa oder Dominic."

Nach 2018 triumphierte er zum bereits zweiten Mal in der spanischen Hauptstadt. Seine beiden weiteren Masters-Titel hatte er in Rom und Montreal (beide 2017) gefeiert. Insgesamt kommt Zverev auf nun 15 Karrieretitel auf der ATP-Tour. 

Noch in der Vorwoche hatte das alles ganz anders ausgesehen. Da war Zverev in München bereits im Viertelfinale ausgeschieden. Gegen Qualifikant Ilja Iwaschka aus Belarus, nach einer schwachen und fehlerhaften Leistung. "Ich habe irgendwann meine Bewegung verloren und wusste nicht mehr, wie ich die Kugel ins Feld bringen soll", hatte er geklagt.

"Zauberkiste von Madrid"

In der "Zauberkiste von Madrid" vollzog Zverev nun aber eine wundersame Wandlung. Die spanische Hauptstadt wird so langsam zu seinem Wohnzimmer. 15:2 Siege lautet Zverevs eindrucksvolle Bilanz nach dem Sieg gegen Berrettini. 

Dieser zeigte im Endspiel wie Zverev starke Aufschläge, insgesamt verlief das Finale auf etwas schwächeren Niveau als die Spiele des Deutschen an den beiden Vortagen. Zverev fand zunächst nicht in seinen Rhythmus, haderte mit seiner Vorhand, biss sich im zweiten Satz aber in die Partie. In Satz drei holte er früh ein Break - und brachte den Sieg gegen seinen zunehmend fehleranfälligen Gegner sicher ins Ziel.

Revanche für US-Open-Finale

Zverev strotzt nach seinem Auftritt in Spanien vor Selbstvertrauen, in der Form wie gegen Nadal oder Thiem muss er niemanden fürchten. Gegen seinen Kumpel Thiem verwandelte Zverev nach 1:37 Stunden seinen zweiten Matchball zum 6:3, 6:4. Er nahm damit erfolgreich Revanche für seine bittere Niederlage im US-Open-Finale gegen Thiem im vergangenen Jahr. Der Weltranglisten-Sechste zeigte wie schon beim 6:4, 6:4 gegen Nadal am Vortag eine sehr entschlossene und insgesamt reife Leistung - gerade sein Aufschlag überzeugte.

Schon im Viertelfinale hatte Zverev Sandplatzkönig Nadal auf beeindruckende Art und Weise entzaubert. Es war im vierten Anlauf der erste Erfolg auf Sand gegen den Mallorquiner - ausgerechnet in Nadals Heimat und vor knapp 5000 frenetischen spanischen Fans. (SID/APA/red.)

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