Für Dominic Thiem ist es eine Premiere: Bei den French Open trifft Österreichs Tennis-Star erstmals auf der Tour auf Casper Ruud – der Norweger halbierte 2020 bisher sein Ranking.

Die ersten zwei Hürden sind genommen, und es waren mit den beiden früheren Top-Ten-Spielern Marin Cilic (CRO) und Jack Sock (USA) keine leichten. Nun wartet auf US-Open-Sieger Dominic Thiem bei den French Open am Freitag der dritte Gegner. Erstmals trifft er auf der Tour auf den Norweger Casper Ruud. Für den Weltranglisten-Dritten geht es um sein insgesamt schon 14. Achtelfinale bei einem Major. Und um einen möglichen Schlager gegen Triple-Grand-Slam-Sieger Stan Wawrinka.

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Zunächst konzentriert sich Thiem aber ganz auf Casper Ruud, den Sohn von Ex-Top-40-Mann Christian Ruud. Zurecht will der Niederösterreicher, der „immer noch ein bisschen auf der Glückswelle von New York“ schwimmt, aber gar nicht weiter denken. Ruud hat seinen Vater nämlich heuer übertroffen: Erster ATP-Titel in Buenos Aires, Finale in Santiago de Chile und zuletzt vor Paris die Semifinals in Rom und Hamburg. Ruud ist jetzt schon 25. im ATP-Ranking – zu Jahresbeginn war er noch 54. gewesen.

Thiem behielt bei Show-Match die Oberhand

„Es wird wieder ein schweres Match“, weiß Thiem. Und ruft sein bisher einziges Kräftemessen gegen den Norweger bei seinem eigenen Show-Turnier im Juli in Kitzbühel in Erinnerung. „Bei ‚Thiems 7‘ war es eine gute, enge Partie gegen ihn“, meinte der Lichtenwörther, der damals 7:5 und 7:6(4) gewann. Ruuds zuletzt intensive Reisetätigkeit mit den US Open, Rom, Hamburg und nun Paris und vielen Matches könnte auch ihn Kraft gekostet haben. „Vielleicht ist er schon ein bisserl müde.“

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30. Sep

Er selbst spürt die Müdigkeit aktuell noch nicht, fühlt sich körperlich gut. „Irgendwann werde ich ’supermüde‘ sein. Aber ich glaube, all die Anspannung und der Fokus auf Roland Garros verstecken diese Müdigkeit. Ich hoffe, ich kann das so weit wie möglich wegstecken“, meinte Thiem bei seiner internationalen Pressekonferenz.

Die Bedingungen im herbstlichen Paris wechseln, und viel hängt von den Temperaturen ab. In seinem Match gegen Jack Sock seien die Bälle um einiges schneller geflogen, weil im Vergleich zu seinem Auftakt rund sieben Grad mehr gemessen wurden. „Aber das kann in den nächsten Tagen wieder anders sein, wenn es kälter wird.“ Jedenfalls hat er nach dem „Hallen-Match“ gegen Cilic nun auch unter freien Himmel seine Form bewiesen.

„Tiebreak-Experte“ Thiem erneut nervenstark

Bewiesen hat Thiem auch neuerlich, dass er zuletzt in Tiebreaks gute Nerven hatte. Gesamt hat er 2020 nun eine 12:6-Bilanz. Unvergessen das 7:6 im fünften Satz des US-Open-Finales, davor hatte er in New York alle vier weiteren Tiebreaker gewonnen. „Das habe ich mir ein bisserl vom Nole (Djokovic, Anm. d. Red.) abgeschaut. Weil der in den Tiebreaks immer richtig da ist, sehr viele Returns rein spielt und einfach versucht, den Ball so ins Feld zu spielen, dass der Gegner nichts machen kann.“ Thiem habe versucht, sich das als Vorbild zu nehmen. „Das funktioniert ganz gut in den letzten Turnieren.“

Thiems Babolat-Tennistasche ziert nun übrigens auch ein Stern für den ersten Major-Titel. Dies sei durchaus auch eine kleine Motivation für ihn. „Ich habe natürlich oft die Taschen gesehen von Grand-Slam-Champions, und da waren immer diese Zeichen drauf. Da habe ich schon immer ein bisserl eifersüchtig draufgeschaut und wollte immer auch mindestens auch so einen“, erzählte er lächelnd.

Der Weg zum zweiten Stern, vielleicht schon mit dem bisher nie da gewesenen Double US Open/French Open – sonst wird in Paris ja immer im Mai/Juni gespielt – ist allerdings noch meilenweit. Neben Ruud „blüht“ Thiem ein mögliches Achtelfinale gegen Stan Wawrinka. Und im Halbfinale könnte es, bei „planmäßigem“ Verlauf, schon zur Wiederholung der beiden Finals 2018 und 2019 kommen: Gegen Sandplatz-König Rafael Nadal. (APA/red.)

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