Dominic Thiem war im ersten Turnier nach den Australian Open kaum wiederzuerkennen. Doch das hat Gründe.

Jener Dominic Thiem, der in Rio gegen die Nummer 128 der Weltrangliste verlor, ist kaum mit jenem Dominic Thiem vergleichbar, der bei den Australian Open Rekordchampion Novak Djokovic an den Rand einer Finalniederlage brachte. Den spielerischen Aspekt außen vor gelassen – es wirkte in Rio insgesamt nicht rund beim Österreicher. Angefangen vom Bewegungsapparat, über die Härte der Grundschläge bis hin zum Returnspiel – alles wirkte weniger überzeugend, als es das noch in Melbourne tat.

Thiem: „Umstellung schwierig“

Spätestens nach dem vergeblichen Comebackversuch, nachdem die Partie gegen Gianluca Mager am zweiten Satz fortgesetzt worden war, stellte sich insbesondere die Frage, wie es denn um Thiems Fitnesszustand bestellt sei. 

Gleich nach dem Ausscheiden gab er Entwarnung: „Grundsätzlich ist alles in Ordnung.“ Und ergänzte: „Aber natürlich ist es sehr hart, ein anstrengendes Grand Slam hinter dir zu haben und der Körper danach runter kommt.“ Es sei schwierig gewesen, auf einem völlig anderen Untergrund auf der anderen Seite der Welt wieder an das Topniveau heranzukommen, erklärte der 26-Jährige nach seiner Viertelfinalniederlage. „Oft passiert es, dass ich im Laufe einer Woche immer besser werde, diesmal war das leider nicht der Fall.“ 

Das große Ziel, auf Platz drei der Weltrangliste vorzudringen, wird Dominic Thiem ohnehin erreichen. Doch nicht, weil er in Rio de Janeiro die nötigen Punkte erspielen konnte, sondern weil Roger Federer kommende Woche die Punkte für seinen Vorjahressieg in Dubai aus der Wertung fallen. Die Freude am neuen Karrierehoch schmälere dieser Umstand keinesfalls: „Um ehrlich zu sein, mache ich mir darüber im Moment keine großen Sorgen, denn in ein paar Wochen werde ich sowieso die Nummer drei sein. Ich bin traurig, weil ich dieses Spiel verloren habe“, zitierte Ubitennis.com den Österreicher. 

Projekt Titelverteidigung in Indian Wells

In den kommenden Wochen hat Dominic Thiem nun erneut Zeit, seinem Körper die nötige Regenerationszeit zu geben. Wie im Vorjahr will Dominic Thiem zehn Tage vor Turnierstart in Kalifornien eintreffen, um dort zusammen mit Michael Reinprecht intensiv an der körperlichen Fitness zu arbeiten. Denn Indian Wells wird auch in Sachen Weltrangliste ein wichtiger Termin für den Österreicher, hat er doch die vollen 1000 Punkte von seinem Vorjahrestriumph zu verteidigen.

„Ich werde versuchen, mich an die einzigartigen Bedingungen dort zu gewöhnen und etwas Ähnliches wie im letzten Jahr zu machen, was erstaunlich gut geklappt hat. Ich hoffe, dass ich dort wieder mein bestes Tennis spielen kann“, so Thiem.

Von 12. bis 22. März wird er also beim ersten ATP-Masters-1000-Event des Jahres aufschlagen. Wie schon die Australian Open wird auch dieses auf Hartplatz gespielt. Fast alle Topspieler ersparten sich den kurzzeitgen Wechsel auf Sandplatz. Thiem hingegen ließ die europäische Hartplatztournee aus und gab sich beim ATP-500-Event die Ehre. Ein Schachzug, der auf den ersten Blick durchaus aufzugehen schien, dem Österreicher wären auf dem Weg zum Titel keine ganz großen Brocken im Weg gestanden. Für den Triumph reichte es bekanntermaßen aber nicht. Ob des anstehenden Wechsels auf Hartplatz war es aber sicher ein Turnier, das man keineswegs überbewerten sollte. 

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