Ein Sieg, zwei Unentschieden, drei Niederlagen: Der WAC verabschiedet sich mit einem 2:2 bei Roma aus der Europa-League.

Der WAC hat sich am Donnerstag mit einem 2:2 bei AS Roma aus der Fußball-Europa-League verabschiedet. Diego Perotti (7./Elfmeter) und Edin Dzeko (19.) scorten im Stadio Olimpico für die Italiener. Aufgrund des Eigentores von Alessandro Florenzi (10.) und eines spektakulären Treffers von Shon Weissman (63.) mussten sie sich jedoch mit einer Punkteteilung begnügen.

Roma schaffte in Pool J als Zweiter den Aufstieg. Damit ist es im Sechzehntelfinale ein potenzieller Gegner von Red Bull Salzburg und vom LASK. Die Gäste waren schon vor dieser Partie als Gruppenletzter festgestanden. Sie brachten es in sechs Partien auf einen Sieg, zwei Unentschieden und drei Niederlagen.

Die Wolfsberger begannen mit ambitioniertem Pressing und stellten die Römer durchaus vor Probleme, mussten aber dennoch schon in der Anfangsphase das erste Gegentor hinnehmen. Dzeko tauchte allein im Strafraum auf, Goalie Alexander Kofler kam ungestüm aus dem Tor und brachte den bosnischen Teamstürmer zu Fall. Den dafür verhängten Elfmeter verwandelte Perotti sicher (7.).

Ausgeglichene Partie

Die Antwort des WAC ließ nur drei Minuten auf sich warten. Anderson Niangbo tankte sich auf der rechten Seite durch, seine Hereingabe bugsierte Florenzi aus spitzem Winkel ins eigene Netz. Danach entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, wobei doch ersichtlich war, dass die Römer über die höhere individuelle Klasse verfügen.

Der Beweis dafür wurde in der 19. Minute geliefert. Amadou Diawara spielte einen sehenswerten Lochpass auf Perotti, der uneigennützig auf Dzeko ablegte, und der Goalgetter musste den Ball nur noch ins leere Tor schieben. In der Folge kämpfte der WAC, der kurzfristig auf die erkrankten Mario Leitgeb und Marcel Ritzmaier hatte verzichten müssen, verbissen um den Ausgleich, mehr als ein wegen Abseits aberkannter Treffer von Weissman (25.) schaute vorerst jedoch nicht heraus.

In der 48. Minute stand der Israeli neuerlich im Mittelpunkt, sein Kopfball nach Flanke von Michael Novak landete an der Stange. Elf Minuten später gab es die nächste Top-Chance für die Gäste: Michael Liendl setzte Niangbo in Szene, dessen Schlenzer wurde von Roma-Keeper Antonio Mirante entschärft.

WAC: Spektakulärer Hechtkopfball

Der Schlussmann verletzte sich bei dieser Aktion an der Schulter und wurde durch Pau Lopez ersetzt, der bereits wenige Minuten noch seiner Einwechslung hinter sich greifen musste: In der 63. Minute verwertete Weissman eine Maßflanke von Liendl mit einem spektakulären Hechtkopfball.

Nach dem Ausgleich schaltete Roma einen Gang hinauf, hochkarätige Chancen blieben allerdings aus. Am gefährlichsten wurde es zunächst bei einem von Kofler gebändigten Schuss von Federico Fazio (78.). In der 93. Minute rettete Kofler bei einem Schuss von Dzeko mit einer Glanztat den Punktgewinn des WAC.

„Tolle Geschichte für Verein geschrieben“

Nach dem 1:1 in Graz konnte man mit dem 2:2 bei der AS Roma auch das zweite Duell mit dem italienischen Topclub ungeschlagen überstehen. Das Ausscheiden aus dem internationalen Geschäft ist da leichter verkraftbar, auch da man mit einem 4:0 bei Mönchengladbach noch zusätzlich für Aufsehen gesorgt hatte.

„Wir haben eine tolle Geschichte für diesen Verein geschrieben“, betonte WAC-Interimscoach Mohamed Sahli. Das Remis am Donnerstagabend im mit 25.000 Zuschauer besetzten Stadio Olimpico war ein würdiges Ende. „Einen Punkt bei der AS Roma, einem Topclub der Serie A, einer der besten Ligen der Welt, zu holen, ist nicht leicht. Wir haben es mit viel Überzeugung geschafft und haben jeden Moment genossen“, meinte der gebürtige Tunesier. Für Trübsal blasen war daher nach Schlusspfiff keine Zeit. „Ein Punkt gegen Rom muss gefeiert werden“, so Sahli. „Wir haben die letzten sechs Spiele der AS Roma sehr genau studiert und die Spieler haben die Taktik sehr gut umgesetzt“, sagte Sahli.

„Haben den WAC unterschätzt“

„Wir haben den WAC unterschätzt, der Gegner war stärker als erwartet“, gab Perotti zu. Das Hinspiel war also scheinbar nicht Warnung genug. „Wir haben gedacht, dass es einfacher wird. Aber diese Mannschaft hat sich auch großartig verkauft, wirklich gut gespielt“, lobte Roma-Coach Paulo Fonseca den WAC.

Mit seinem in der Serie A nach 15 Runden nur auf Rang fünf liegenden Team war er alles andere als zufrieden. „Wir haben kein gutes Match bestritten und zu viele Fehler gemacht. Es war gefährlich für uns“, analysierte der Portugiese. Auch die italienische Presse war deshalb verständlicherweise nicht zufrieden. „AS Roma kommt in der Europa League weiter, allerdings auf die schlechtestmögliche Weise. Zwei Matches und zwei Remis gegen Wolfsberg: Das sagt viel für über den Zustand der Römer“, schrieb etwa die Tageszeitung „Corriere della Sera“.

Negativ fielen auch die Anhänger der „Giallorossi“ auf. Aus der „Curva sud“ waren zweimal rassistische Rufe gegen WAC-Stürmer Anderson Niangbo zu hören. Ein Vorfall, der in italienischen Stadien leider kein Einzelfall ist. (APA/red.)

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