Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt wegen ihres Missmanagements in der Corona-Krise und den engen Verbindungen zur Pharmabranche teils heftige Kritik entgegen.

Wechsel zwischen Industrie und Weltgesundheitsorganisation selbst auf den allerhöchsten Ebenen sind keine Seltenheit. Wie intransparent ist die WHO? Und wie stark ist der Einfluss von Privatstiftungen wie jener von Bill und Melinda Gates? Kann man den Entscheidungen und Empfehlungen der mächtigen Institution überhaupt noch vertrauen?

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Wurden in China die richtigen Maßnahmen gesetzt?

Dass die Organisation der Wiedereröffnung der Wildtiermärkte in China zugestimmt hat, hat in vielen Staaten Unverständnis und zornige Reaktionen hervorgerufen. Die Märkte gelten immer noch als wahrscheinlicher Ursprung der Corona-Pandemie. Der australische Premierminister, Scott Morrison, nennt das Vorgehen der WHO verantwortungslos: „Es ist schon bei SARS passiert, genauso bei der Vogelgrippe und jetzt bei COVID-19. Nächstes Mal ist es vielleicht ein noch schlimmeres Virus. Die WHO muss sicherstellen, dass wir aus solchen Pandemien unsere Lektionen lernen.“

Vor allem WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus wird kritisiert, zumal er mit chinesischer Unterstützung und gegen den Willen der Amerikaner an sein Amt gelangte. Schon bei seiner Wahl im März 2017 sah sich der damalige äthiopische Gesundheitsminister mit schweren Anschuldigungen, drei Cholera-Epidemien vertuscht zu haben, konfrontiert.

Auffällige Finanziers der WHO sorgen für Unmut

Schon lange gilt die WHO als notorisch unterfinanziert. Immer wieder muss sich die WHO den Vorwurf gefallen lassen, träge, intransparent und anfällig für Korruption zu sein. So sind im April 2009, kurz vor dem Ausbruch der Schweinegrippe, die Pandemie-Kriterien verändert worden. Als Folge mussten sich daraufhin viele Staaten mit Impfstoffen bevorraten.

Kritiker nennen die Schweinegrippe daraufhin eine „gesponserte Pandemie“. Denn für die Hersteller von Impfstoffen haben sich die von der WHO verbreiteten Pandemieleitlinien als wahres Konjunkturprogramm erwiesen. Allein die Schweizer Pharmafirma Novartis hat im ersten Quartal 2010 eine Umsatzsteigerung von etwa einer Milliarde Euro verbuchen können. Die engen Verbindungen zwischen WHO und Pharmabranche rufen regelmäßig die Kritiker auf den Plan.

Verschiedenste Expertenmeinungen

Die Reportage beleuchtet die Rolle der WHO in der Corona-Krise und wirft einen Blick zurück in der Geschichte der Organisation. Experten wie der ehemalige Gesundheitspolitiker Dr. Wolfgang Wodarg, Allgemeinmediziner, Universitäts-Professor Dr. Andreas Sönnichsen und Public Health-Experte Dr. Martin Sprenger analysieren das Verhalten der WHO sowie ihre Stärken und Schwächen. Dabei entsteht ein facettenreiches Bild einer Weltgesundheitsorganisation, die ihrer Aufgabe nicht mehr gewachsen zu sein scheint. Welche Folgen hat das für Österreich? Wie weit reicht der Einfluss der WHO im alltäglichen Leben?

Servus Reportage: Wer ist die WHO? Zwischen Macht und Missbrauch, am Donnerstag, 28. Mai um 21:15 Uhr bei ServusTV.

Wer ist die WHO? Zwischen Macht und Missbrauch