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Fußball: Lok Moskau erste Hürde für Salzburg in der Champions League

21. Okt. 2020

Foto: GEPA Pictures / Walter Luger

Mit einem Heimsieg gegen Russlands Vize-Meister Lok Moskau will der FC Red Bull Salzburg die Weichen in Richtung CL-Aufstieg stellen: "Wir sind bereit", sieht Trainer Jesse Marsch sein Team gerüstet.

Für den FC Red Bull Salzburg fällt am Mittwoch der Startschuss für die Gruppenphase der Champions League. Nach dem aufsehenerregenden Vorjahres-Debüt will Österreichs Serien-Meister ähnlich furios in die Königsklasse starten wie 2019, als ein 6:2 gegen Genk als Initialzündung diente. Mit dem russischen Vize-Meister Lok Moskau ist der vermeintlich leichteste Gruppen-Gegner erneut zu Beginn zu Gast in der Red Bull Arena.

"Unser Ziel ist es, diese Gruppe zu schaffen", unterstrich Trainer Jesse Marsch am Dienstag auf der Pressekonferenz vor der Partie. Und die Voraussetzung dafür lieferte der US-Amerikaner gleich mit. "Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir besser verteidigen. Wir haben im Vorjahr viele Tore gemacht, aber zu viele kassiert." Als Dritter mit sieben Punkten und eine Torverhältnis von 16:13 stiegen die Salzburger 2019 in die Europa League um.

Salzburg-Profis profitieren von starker Vorsaison

Doch die Erfahrungswerte der Vorsaison, als die Bullen mit Liverpool und Napoli zwei Top-Clubs ärgerten, nahmen die Salzburg-Profis laut Maximilian Wöber von damals mit. "Wir sind stabiler", betonte der Verteidiger mit Blick auf die Eingespieltheit und Lehren der Vorsaison. "Diese Erfahrungen und das Gefühl, dass wir mit den besten Teams mithalten können, gibt der Mannschaft einen Ruck und ist zusätzliche Motivation. Weil wir wissen: Auch wenn wir die wahrscheinlich schwierigste Gruppe erwischt haben, können wir viel erreichen."

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SALZBURG,AUSTRIA,09.SEP.20 - SOCCER - tipico Bundesliga, Red Bull Salzburg, media brunch. Image shows CEO Stephan Reiter (RBS). Photo: GEPA pictures/ Jasmin Walter
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Kritik an Verschärfungen

Für den Aufstieg in Gruppe A mit den Kapazundern FC Bayern und Atletico Madrid würde ein Heimsieg zum Auftakt vieles erleichtern, glaubt Wöber. "Ich denke, wir können auch den großen Teams wieder wehtun. Aber erstmal steht Lok Moskau an. Und wenn wir weiterkommen wollen, dann müssen wir dieses Spiel auf alle Fälle gewinnen."

Von einem Pflichtsieg wollte Marsch nicht sprechen. "Ein Punkt wäre wichtig für uns. Und wenn wir drei Punkte holen könnten, dann wäre das schon ein guter Start." Das Team hat die zehntägige Quarantäne nach Corona-Fällen mit ausgiebigem Videostudium verbracht. "Wir kennen Lok in und auswendig", erklärte Wöber. "Ihre Stärken, ihre offensiven Qualitäten, dass sie sehr viel über die Flanken spielen. Wir kennen alle Schwachpunkte, wo wir ihnen sehr wehtun können. Und umgekehrt, wo sie uns verletzen können."

Marsch: "Sind bereit für eine Riesen-Leistung"

"Wir sind bereit für eine Riesen-Leistung", sah auch Marsch sein Team gerüstet und außerdem fast vollzählig. Vor dem Abschluss-Training fehlte nur der Langzeit-Verletzte Antoine Bernede. Das perfekte Fußball-Fest fällt dem Coronavirus zum Opfer. Immerhin 3.000 Zuschauer dürfen die Mannschaft nochmals unterstützen, die neueste Beschränkung der Regierung auf 1.500 Zuschauer gilt erst ab Freitag. Bereits am Mittwoch verzichtet der Club allerdings darauf, die Kantinen aufzusperren.

Am Erfolgshunger der Salzburger soll dies nichts ändern. "Natürlich ist es für die Mannschaft und alle Fans schade, dass nur 3.000 Fans dabei sein können", sagte Wöber. "Die Motivation und Vorfreude ist aber genauso hoch wie letztes Jahr. Es ist wieder was Besonderes."

Lok ist nach elf Liga-Runden die vierte Kraft in Russland. Die Generalprobe gelang gegen Ufa mit 1:0 quasi standesgemäß. Denn gleich sieben Mal hat das Team des serbischen Trainers Marko Nikolic - meist im flachen 4-4-2 - kein Gegentor erhalten.

Zwei Lok-Stars zuletzt nicht mit dabei

Zwar waren nach Corona-Fällen zuletzt schon alle positiv Getesten wieder zurück. Mit dem kroatischen Abwehrchef Vedran Corluka (Wadenprobleme) und Außenspieler Wladislaw Ignjatew (Achilessehne) fehlten aber zwei Schlüsselspieler. Auch deshalb barg der Gegner am Dienstagmittag noch die eine oder andere Unbekannte. "Wir haben nichts gehört über die verletzten Spieler und Corona-Fälle. Hoffentlich finden wir in den nächsten 24 Stunden mehr Informationen", sagte Marsch.

Russlands Vize-Meister steht zum dritten Mal in Folge in der CL-Gruppenphase, die er zuletzt jeweils auf dem letzten Platz beendete. Elf der jüngsten 13 CL-Spiele gingen verloren, die anderen zwei wurden gewonnen. Ebenfalls erbaulich für die heimstarken Salzburger: In den jüngsten sieben Auswärts-Auftritten gelang Lok nur ein Sieg (bei Bayer Leverkusen). Dieser allerdings gleich am ersten Spieltag der vergangenen Saison. Die bisher letzten Vergleiche mit einem heimischen Club entschied der "Eisbahner-Club" 2011 in der Europa League gegen Sturm Graz für sich (3:1 heim, 2:1 auswärts). (APA/red.)