MotoGP World Championship

Gustl Auinger: „Abschreiben dürfen wir aber niemanden“

27. Mai 2021

Foto: ServusTV / GEPA pictures

Vor dem Großen Preis von Italien wagt ServusTV-Experte Gustl Auinger eine Vorschau auf das sechste MotoGP-Rennen in Mugello.

Nach einem Jahr Pause kehrt der Motorrad-Klassiker von Mugello in den WM-Kalender zurück. Und beim Heimrennen deutet alles auf eine Fortsetzung des Ducati-Erfolgslaufes hin. ServusTV-Experte Gustl Auinger: „Abschreiben dürfen wir aber niemanden.“ ServusTV überträgt den Großen Preis von Italien am Wochenende live im Free-TV sowie im Livestream im Web und der App.

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Comeback ohne Party

In Mugello herrscht wieder einmal Ausnahmezustand. Diesmal aber nicht aufgrund der Tifosi, sondern wegen behördlich verordneter Covid-19-Schutzmaßnahmen. Das Fehlen von Zuschauern bedauert ServusTV-Experte Gustl Auinger in der Toskana ganz besonders. „Kein WM-Stopp lebt derart von den Fans, nirgends hören und spüren die Fahrer das Publikum so intensiv. Und in irgendeiner Klasse sind die Italiener immer konkurrenzfähig.“

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Ducati-Triumph fast vorprogrammiert

In der MotoGP dürfte der Sieg nur über Ducati führen, der Rennstall gewann auch die letzten drei Auflagen in Mugello. „Das Werk ist einen Steinwurf entfernt, die Power-Strecke auf das Motorrad zugeschnitten.“ Und jetzt reise das Team mit dem Rückenwind der Doppeltriumphe von Jerez und Le Mans an, wo es in der Regel nicht seine Stärken ausspielen kann. Gustl Auinger: „Obwohl die Entwicklung eingefroren wurde, merkt man den Italienern an, wie glücklich sie mit ihrem Paket sind.“

Gustl Auinger: Ducati mit gelungenem Fahrermix

Auch personell sei Ducati mit völlig konträren Chauffeuren extrem breit aufgestellt. „Da ist einerseits Jack Miller, der naturbelassene Rohdiamant und Mann der Stunde, der genau weiß, dass hinter ihm ein italienischer Stallgefährte mit einer italienischen Maschine fährt, der es genauso kann.“ Erwähnter Kollege heißt Pecco Bagnaia, vertraue eher seinem Gefühl und habe im bisherigen WM-Verlauf die größte Konstanz gezeigt. „Über die Saison gesehen könnte diese Eigenschaft ausschlaggebend sein.“

Team geschlossen stark

Hinzu kommen bei Kundenteam Pramac Johann Zarco mit seiner enormen Erfahrung und der unbeschwerte Rookie Jorge Martín, dessen Comeback jedoch verschoben werden muss. „Diese Breite spricht sehr dafür, dass am Ende eine rote Maschine ganz vorne stehen könnte“, wagt der ServusTV-Experte einen Blick in die Zukunft. „Denn die Strecken waren bisher sehr unterschiedlich. Ducati war aber immer da, kein Fahrer driftet ab.“

Gustl Auinger: "Mir gefällt, wie er zugibt, nervös zu sein"

Angeführt wird die WM allerdings von Fabio Quartararo. „Mir gefällt, wie er zugibt, nervös zu sein – weil er weiß, dass man nicht jedes Jahr die Chance hat, um den Titel zu fahren.“ Der Regen erweise sich zwar noch als wunder Punkt, andererseits sei der Franzose im nassen Le Mans mit viel Weitsicht gefahren. „Er ist nur auf Dinge fokussiert, die er ändern kann. Solche Erkenntnisse können für die weitere Saison sehr wertvoll sein.“

Suzuki weiter in Schlagdistanz

Auch Suzuki sieht der ServusTV-Experte noch nicht geschlagen. Der verlässliche Weltmeister Joan Mir stelle die breitere Bank dar als der schnellere, aber stets sturzgefährdete Álex Rins. „Das Team kann sich eigentlich nicht verlaufen. Man verfügt über ein sehr stabiles Motorrad, das sein größtes Handicap auf einer schnellen Runde hat“, so Gustl Auinger. „Sie sind weiterhin bei der Musik, und ihre Strecken kommen erst. Im Vorjahr war man zu diesem Zeitpunkt ja auch noch weit weg.“

Gustl Auinger: "Von seinem Killerinstinkt hat er nichts eingebüßt"

Und Marc Márquez? „In Le Mans hat er uns vor Augen geführt, wie konsequent, hungrig und bereit er ist, nur den Bruchteil einer Chance zu ergreifen. Honda braucht auch nicht viel, um gefährlich zu werden und kann Ducati und Yamaha durchaus in die Suppe spucken.“ Den Japanern sei allerdings bewusst, etwas finden zu müssen, um das Motorrad in eine andere Balance zu bringen, glaubt Gustl Auinger. „Selbst ein achtfacher Weltmeister kann nicht alles ausgleichen. Von seinem Killerinstinkt hat Márquez aber nichts eingebüßt.“

Alles zur Faszination Mugello

Rund um die Rennaction geht ServusTV auf die Faszination Mugello mit einer der traditionsreichsten, emotionalsten, aber auch gefährlichsten WM-Strecken ein und blickt nochmals auf den doppelten Heimsieg durch Ducati und Danilo Petrucci 2019 zurück. Zudem wird das verrückte Flag-to-Flag-Race in Le Mans aufgearbeitet. In der Moto2 stellt sich WM-Leader Remy Gardner vor und zur Moto3 gibt’s die aktuellsten Infos. Andrea Schlager und Gustl Auinger sind in der Boxengasse für ServusTV im Einsatz, durch die Sendung führen Christian Brugger und Alex Hofmann.

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